Franz-Joseph Meißner (16.4.1946 Düsseldorf – 29.8.2022 Linden-Leihgestern b. Gießen)

 

Stud. Rom., Gesch., Philosophie u. Pädagogik Köln, Paris, Pavia und Düsseldorf; (1. u. 2. StE); Studienrat am Krupp-Gymnasium Duisburg-Rheinhausen; abgeordnet als OStdR i. H. an die Univ. Köln; Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule Ratingen; Promotion Köln 1978; Habilitation Köln Jan. 1988; Sept. 1999-Apr. 2004 OberAss (C 2) f. Didaktik d. span. Sprache u. Lit FU Berlin; 1994 C4-Prof. f. die Didaktik der franz. Sprache u. Lit. an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Nachfolge Herbert Christ); 1995 Umwidmung dieser Professur auf Didaktik d. rom. Sprachen u. Literaturen; 2011 em.; 1995-2004 1. Vors. d. „Vereinigung d. Französischlehrer“; 1995-2009 verantwortliche Herausgabe der Zeitschrift "französisch heute"; 2006-2009 Gründungspräsident d. Gesamtverbandes Moderne Fremdsprachen; aktives Mitgl. mehrerer deutscher, franz. u. span. Fachgesellschaften; Präsident der Sektion Spanisch der Klett-Akademie. -  Straßburg-Preis f. die Diss. Mai 1978; Palmes Académiques 2003.

 

Hélène Martinez / Marcus Reinfried (Hrsg.), Mehrsprachigkeitsdidaktik gestern, heute und morgen. Festschrift für Franz-Joseph Meißner zum 60. Geburtstag, Tübingen: Narr, 2006 (Giessener Beiträge zur Fremdsprachendidaktik).

Wortgeschichtliche Untersuchungen im Umkreis von französisch enthousiasme und génie, Genève: Droz, 1979 (Kölner romanistische Arbeiten; N. F. 55) [Phil. Diss.]; Demokratie. Entstehung und Verbreitung eines internationalen Hochwertwortes mit besonderer Berücksichtigung der Romania, Stuttgart: Steiner, 1988 [Habil.-Schrift]; Christiane Fäcke / Franz-Joseph Meißner (Hrsg.), Handbuch Mehrsprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik, NarrFranckeAttempto, [2019].

„Bereits in der Kölner Zeit hatte Franz-Joseph Meißner ein ausgeprägtes Interesse an Mehrsprachigkeit entwickelt, vor allem unter dem traditionellen sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkt des lexikalischen und des strukturellen Vergleichs romanischer Sprachen. Nach der Fertigstellung seiner Habilitationsschrift trug er diesen auf Sprachtransfer ausgerichteten Blickwinkel in die romanistischen Fachdidaktiken hinein. Ein Novum präsentierte der 1993 auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung in Gießen gehaltene und in der Langfassung 1995 gedruckte Vortrag, in dem Meißner Mehrsprachigkeitsdidaktik als Wissensgebiet und als Forschungsprogramm erstmalig systematisch beschrieb. Drei Jahre später erschien ein von Franz-Joseph Meißner und Marcus Reinfried herausgegebener Sammelband mit dem Titel Mehrsprachigkeitsdidaktik, der die umfangreichen Ergebnisse eines Rauischholzhausener Kolloquiums enthält und bis zur Gegenwart hin oft gelesen und zitiert worden ist. Hier werden allgemeine theoretische Überlegungen zu den Vor-, aber auch Nachteilen des mehrsprachigen Unterrichts und des Sprachentransfers dargestellt, es werden Bezüge zwischen Mehrsprachigkeitsdidaktik und Lehrplanentwicklung, bilingualem Fremdsprachenunterricht, muttersprachlichem Deutschunterricht und Werteerziehung analysiert und es wird über mehrsprachige Unterrichtserfahrungen und -modelle in konkreten Lehr-Lern-Bereichen berichtet.
Neben der Mehrsprachigkeitsdidaktik […] interessierte sich Meißner ebenfalls sehr für Sprachenpolitik. 1993 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel Schulsprachen zwischen Politik und Markt: Eine Einführung in die Sprachenberatung. 1994 wurde er zum Ersten Vorsitzenden der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer gewählt, ein arbeitsintensives Ehrenamt, das er bis zum Jahr 2005 bekleidete und mit dem auch noch die 14-jährige schriftführende Herausgeberschaft der Zeitschrift französisch heute verbunden war. Zwischen 2006 und 2009 war Meißner Gründungspräsident des Gesamtverbands Moderne Fremdsprachen und damit auch Mitherausgeber der Zeitschrift Die neueren Sprachen.
Die intensive Beschäftigung mit unterschiedlichen Aspekten der Mehrsprachigkeitsdidaktik wurde in den zwei Jahrzehnten nach der Jahrtausendwende kontinuierlich von Franz-Joseph Meißner fortgesetzt. Es entstanden dabei über hundert Aufsätze zu diesem Themenbereich und eine Reihe von Sammelbänden, in deren Zentrum oft die Interkomprehension in den romanischen Sprachen stand“ (Hélène Martinez, Univ. Gießen; Marcus Reinfried, Univ. Jena; Christiane Fäcke, Univ. Augsburg: https://romanistik.de/aktuelles/6404).

 

Bibl.: Kürscher 1992, 2 (I-R), 2368; https://de.wikipedia.org/wiki/Franz-Joseph_Meißner; https://romanistik.de/aktuelles/6404; https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb05/romanistik/didaktik/Team/emeritus/meissner/publications/livres

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