Mag. theol. Tim Zeelen

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Moraltheologie
Telefon: +49 821 598 -2646 (Sekretariat)
E-Mail: tim.zeelen@kthf.uni-augsburg.de
Raum: 3016 (D)
Sprechzeiten: in der Vorlesungszeit: Mo. 11:00-12:00 und nach Vereinbarung
Adresse: Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg

Dissertationsprojekt

Die Entscheidung zur Ehe als eine Frage der Berufung? Moraltheologische Erhellung einer Berufungstheologie der Ehe

Zusammenfassung

"Die Ehe ist eine Berufung, insofern sie eine Antwort auf den besonderen Ruf ist, die eheliche Liebe als unvollkommenes Zeichen der Liebe zwischen Christus und der Kirche zu leben. Daher muss die Entscheidung, zu heiraten und eine Familie zu gründen, Frucht einer Prüfung der eigenen Berufung sein."
Franziskus, Nachsynodales Schreiben Amoris laetitia (2016), Nr. 72.

Kein Mensch kommt umhin in seinem Leben bedeutende Weichenstellungen vorzunehmen, wie etwa die Wahl der Lebensform. Von theologischer Warte stellt sich die Frage, welche Rolle dabei Gott zukommt. Man könnte dieses Problemfeld mit einer Kategorie bezeichnen, die derzeit in kirchlichen Kreisen Konjunktur hat, besonders bei der Rekrutierung hauptamtlicher Mitarbeiter/innnen: die Frage der eigenen Berufung. Während spätestens durch die Impulse des II. Vatikanischen Konzils der Begriff einerseits in einem allgemeinen Sinne verstärkt auftaucht, wird er andererseits in einem spezifischeren Sinne nach wie vor primär mit Ordo und Orden in Verbindung gebracht. Ist die ‚viel gewöhnlichere‘ Ehe, welche doch unter Getauften eine sakramentale Lebensform darstellt, aber auch eine Berufung? Und wie könnte dies vom Menschen erkannt und in einer Entscheidungsfindung einbezogen werden? Wie ‚statisch‘ oder ‚dynamisch‘ ist überhaupt Berufung zu denken?

Ziel des Promotionsprojektes ist es, ein tragfähiges Verständnis von Berufung zu gewinnen und die Relevanz für die Entscheidungsfindung zur Ehe näher zu beleuchten. Hierzu soll unter Einbezug schon bestehender Konzepte allgemein wie im Speziellen der Berufungsvorstellung Hans Urs von Balthasars – er lehnt eine Berufung zur Ehe ab – betrachtet werden, welche Vorüberlegungen bei einer Theologie der Berufung wirksam sind. Der Schwerpunkt der Arbeit wird auf der Reflexion und Wendung dieser Elemente primär dogmatischer wie fundamenttheologischer Art (bspw. Ekklesiologie, Ehetheologie, Freiheit, Gnadenlehre) vermittelt über allgemeinmoralische Überlegungen (Existenzialethik, Lebensentscheidung) auf die Praxis hin liegen.

Publikation

Aufsatz

Die Ehe als eine Berufungsfrage? Versuch einer Skizze mit Amoris Laetitia, in: Marriage, Families & Spirituality (vorm. INTAMS Review) 24/1 (2018), 39-53.

Suche