Forschung

Buchprojekte

Masken

Ausgangspunkt des Projektes ist, das Phänomen „Maske“ aus verschiedenen Perspektiven in den Blick zu nehmen: Maske als ein Phänomen, das so alt ist wie die Menschheit, Maske in der antiken Tragödie, Maske als (Schau-)Spiel, Bedeutung der Masken im Fasching, Maske als zweites – oder als erstes – Gesicht,Maske als soziale Rolle, Maske als Präsentationsform der eigenen Persönlichkeit, Maske und Person, der Zusammenhang von Maske und Rolle, Text als Maske. Die grundlegende Frage und das Ziel des Unternehmens ist philosophisch: Zieht sich etwas Gemeinsames durch diese verschiedenen „Maskierungen“? Erschließt sich aus diesem Thema heraus ein Einblick in unser Wirklichkeitsverständnis, unsere Wahrnehmung von Gott, Welt und Mensch? Und nicht zuletzt: Welche Konsequenzen ergeben sich aus den gewonnenen Erkenntnissen für unser Handeln, den Umgang mit anderen und für unsere Weltbegegnung?

 

 

Geist-Erfahrung

Ausgangspunkt ist die Frage, was „Geist“ bedeutet. Dabei zeichnen sich zwei Stränge ab: der nous auf der einen Seite und ruah/pneuma auf der anderen. Der nous steht für Klarheit und Berechenbarkeit und wird bei den frühen griechischen Philosophen mit einem inneren Sehen verglichen. ruah und pneuma legen den Schwerpunkt auf die Lebendigkeit, aber auch die Unberechenbarkeit und damit Bedrohlichkeit. Was beide Aspekte verbindet, ist, dass sie nur der Erfahrung zugänglich sind. Daraus ergibt sich die Frage, was geistige Erfahrung eigentlich sein kann, wo sie sich zeigt, was sie für uns bedeutet. Das führt zum eigentlichen Anliegen der Untersuchung: Lässt sich die Engführung des Erfahrungsbegriffs auf sinnliche Erfahrung aufsprengen und kann somit ein Erfahrungsbegriff herausgearbeitet werden, welcher sich als Grundlage für die Geisteswissenschaften eignet?

Mehrere solcher Möglichkeiten werden in diesem Band vorgestellt: Der Nous und der Zusammenfall von Sein und Wissen bei Parmenides, Geist-Erfahrungen in der indischen Philosophie, Introspektion und die Erfahrung des Geistes bei Husserl und Wittgenstein, Erkenntnis und Erfahrung des Intelligiblen bei Leibniz, Mentales und Physisches bei Lowe, Geist-Erfahrung im Panpsychismus, Mathematik als Paradigma für spekulative Theorien, das Geistige in der evolutionären Erkenntnistheorie und das Spannungsgefüge von Geist und Erfahrung bei ethischen Entscheidungen.

 

 

Heilung und Heil

Über den Zusammenhang von Philosophie/Theologie und Medizin

In Antike und Mittelalter (man denke an Hippokrates, Galen, Avicenna, Paracelsus) waren viele bekannte Ärzte auch Philosophen bzw. Theologen. Ziel des Projektes ist, beide Disziplinen (wieder) miteinander ins Gespräch zu bringen. Denn kann für beide fruchtbar werden.

Im Gegensatz zur Philosophie/Theologie muss die Medizin ihre Existenz und ihre Notwendigkeit nicht rechtfertigen. Denn kranke Menschen suchen immer den Arzt auf und erwarten Hilfe von ihm. Dahinter stecken gewisse Vorstellungen, Erwartungen, die meist nicht reflektiert sind. Sie gehören zu dem größeren Bereich, den man Menschenbild nennen könnte. Dieses Menschenbild zu reflektieren und zu klären ist eine der wichtigsten Aufgaben der Philosophie. Denn auf dieser Basis entwickeln sich unter anderem auch alle Ansätze in der Ethik. Weil sie versucht, das Ganze in den Blick zu bekommen, ist die Philosophie angewiesen, die Blickweisen anderer Disziplinen einzubeziehen. Dies geschieht am besten in einem Dialog. Das Projekt versucht, den Dialog mit der Medizin aus der Sicht
der Philosophie vorzubereiten durch eine Reflexion auf das eigene Anliegen und mit einem Blick auf die möglichen künftigen Gesprächspartner.

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