Schmerz und Demenz

© Universität Augsburg

Menschen mit Demenz verlieren im Verlauf der Erkrankung zunehmend die Fähigkeit, innere Zustände in Worten auszudrücken. Diese eingeschränkte Fähigkeit betriff auch die Möglichkeit, auf Schmerzen aufmerksam zu machen. Als Konsequenz werden Schmerzen bei Menschen mit Demenz oft übersehen und bleiben unbehandelt – oder sie werden falsch behandelt. Unerkannte Schmerzen führen nicht nur zu unnötigem Leiden, sondern wirken sich auch auf das sonstige Erleben und Verhalten aus. Menschen mit Demenz, die zusätzlich an Schmerzen leiden, sind besonders stark bei der selbstständigen Verrichtung von Alltagsaktivitäten eingeschränkt, was die Versorgung zu Hause sehr erschwert und zu einer frühen Heimeinweisung führen kann.

 

In unseren Forschungsprojekten verfolgen wir 2 Ziele:

  1.  verbessertes Verständnis der demenzbedingten Veränderungen in der nozizeptive Verarbeitung durch experimentelle Grundlagenforschung und
  2.  Verbesserungen in der Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz

 

Zur Verbesserung der Schmerzerfassung haben wir in einem europäischen Projekt (COST) eine Skala entwickelt, die es ermöglicht, Schmerzen anhand von Gesichtsausdruck, Lautäußerung und Körperbewegung bei Menschen mit Demenz zu erkennen: die PAIC15-Skala (Pain Assessment in Impaired Cognition, 15 Items). Auf der Internetseite

https://paic15.com/

erfahren Sie mehr über diese Skala. Dort können Sie auch ein kostenloses und kurzes E-Training testen.

 

CC BY-NC-ND

 

Drittmittelgeförderte Projekte

  •  „Schmerz und Alltagspraxis bei Menschen mit Demenz“, gefördert durch das Bayrische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (2019-2022) (Mitantragsteller)
  • “Impact of dementia-related neurodegeneration on pain processing” gefördert im Rahmen des Rosalind Franklin Fellowship der Universität Groningen (2016-2020)
  • „Entwicklung eines E-Trainings zur Schmerzerfassung bei Demenz“ gefördert durch VWS (Ministerie van Volksgezonheid, Welzijn en Sport) (2017-2018)
  • „Schmerzerfassung bei Patienten mit Demenz“ gefördert durch die Oberfrankenstiftung (2014 -2017) (Mitantragsteller)    
  • “Pain Assessment in Patients with Impaired Cognition, especially Dementia” gefördert durch die European Cooperation in the Field of Scientific and Technical Research – COST (Mitantragsteller)
  • „Nozizeption, Schmerzverarbeitung und -kommunikation bei Patienten mit Morbus Parkinson“ gefördert durch die Deutsche Stiftung Neurologie (2010-2012) (Mitantragsteller)
  • “Pain assessment in patients with dementia: Does elevated facial pain display mirror enhanced cerebral pain processing?” Bourse des Gouverneurs de Quebec (2009)

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