Große Werke des Films – Black Mirror: Bandersnatch (2018)

Veranstaltungsdetails
Datum: 08.12.2021, 18:30 Uhr - 20:00 Uhr 
Ort: Digital, online, Livestream
Veranstalter: Lehrstuhl für Anglistik / Amerikanistik, Lehrstuhl für Vergleichende Literaturwissenschaft / Europäische Literaturen, Stadtbücherei Augsburg
Themenbereiche: Sprache, Literatur und Geschichte
Veranstaltungsreihe: Große Werke des Films
Veranstaltungsart: Vortrag
Vortragende: David Kerler

Mit Bandersnatch bietet der Streamingdienst Netflix ein Erlebnis, das die Grenzen zwischen Film und Computerspiel verwischt und dabei philosophische und selbstreflexive Fragen aufwirft. David Kerler geht diesen Fragen in seinem Onlinevortrag für die Reihe "Große Werke des Films" nach.


Bandersnatch (2018) ist ein für die Streaming-Plattform Netflix exklusiv produzierter interaktiver Film. Er ist Teil der britischen Serie Black Mirror (2011–2019; bisher 5 Staffeln), deren, weitestgehend eigenständige, Episoden in dystopischen Zukunftsszenarien die negativen Auswirkungen gegenwärtiger technologischer Entwicklungen und der zunehmenden Digitalisierung kritisch ausloten. Der daraus hervorgehende längere Film Bandersnatch spielt hingegen im Jahr 1984 und erzählt die Geschichte des jungen Computerspielentwicklers Stefan Butler. Dieser arbeitet fieberhaft an einem neuen Computerspiel, das nicht linear verläuft und dadurch eine Vielzahl unterschiedlicher Verläufe bzw. Enden ermöglicht. Im Laufe der Handlung wird Stefans prekärer psychischer Zustand zunehmend manifester und stellt die Unterscheidung zwischen Realität, Fiktion und Wahnvorstellung in Frage. Die Konzeption des fiktiven Computerspiels ist insofern eng mit der interaktiven Struktur des Films verknüpft, als die Zuschauer:innen dabei selbst den Fortgang der Geschichte durch diverse Entscheidungsknoten und narrative Verästelungen in vielfältiger Art und Weise beeinflussen können. Die innovative Gestaltung des Films wirft ästhetisch-strukturelle Fragen zum Genre sowie zu Aspekten des seriellen und non-linearen Erzählens auf, zur Medialität/Materialität und deren selbstreflexiven Thematisierung, und impliziert nicht zuletzt auch philosophische Themen, wie etwa die Frage nach dem freien Willen und/oder den medial-diskursiven Einfluss auf unsere Lebenswelt.

Gegenwärtig sind pandemiebedingt alle Vorträge als digitale Veranstaltungen geplant. Die Zugangsdaten finden Sie jeweils am Veranstaltungsabend auf der Website der Veranstaltung.

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