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14 Aber auch wenn ihr um der Gerechtigkeit willen leiden müsstet, selig seid ihr! Fürchtet nicht ihren Schrecken und lasst euch nicht verwirren!

 

15 Haltet vielmehr den Herrn Christus heilig in eueren Herzen. Seid allezeit bereit zur Antwort einem jeden gegenüber, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung in euch.

 

16 Aber tut das mit Sanftmut und Ehrfurcht, mit einem guten Gewissen, damit, wenn ihr geschmäht werdet, die beschämt werden, die eueren guten Lebenswandel in Christus kränken.

17 Denn es ist besser, wenn es der Wille Gottes ist, für gutes Tun zu leiden als für böses Tun.

 

18 Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, als Gerechter für Ungerechte, um uns zu Gott zu führen; dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach aber lebendig gemacht.

(1 Petr 3,14-18)

 

Dieses Wort aus dem Ersten Petrusbrief kann als Motto der Fundamentaltheologie gelten, die theologische Grundlagenwissenschaft des kirchlichen Glaubens sein will. Dieser Glaube fragt bzw. sucht nicht irgendwie und irgendwo nach Gott, sondern antwortet dem einen Gott, der sich in Jesus Christus verbindlich und endgültig gezeigt hat. Die Antwort dieses Glaubens schließt auch ein, das Glaubensbekenntnis der Kirche zu ver-antworten: vor sich selbst, vor anderen Glaubenden und vor allen, die nach der Hoffnung des Glaubens fragen oder sie in Frage stellen. Eine solche Apologetik (argumentative Rechtfertigung) gibt es schon im Alten und auch im Neuen Testament, weil es darum geht, den, dem zu glauben ist, und das, was zu glauben ist, von unglaubwürdigen Personen sowie unglaublichen Dingen und Deutungen zu unterscheiden. Diese Apologetik beschränkt sich allerdings nicht auf das Vorfeld des Glaubens, um sich dort den Einwänden zu stellen; sie argumentiert auch positiv aus der plausiblen Kohärenz des Offenbarungsglaubens.

 

Kirchlicher Glaube und menschliche Vernunft sind nicht nur miteinander vereinbar (I. Vatikanum, Konstitution Dei Filius), sondern auch auf einander angewiesen:

1. Der Glaube fragt vernünftig nach dem Glaubensinhalt, eben weil es ihm um den von allen Fehlformen unterscheidbaren Glauben geht. Er muss vor sich selbst und allen anderen Rechenschaft abgeben über das, was er glaubt, und über das, was er deswegen ablehnt.

2. Menschliche Vernunft muss nicht nach dem Glauben fragen. Sie darf aber auch nicht so unvernünftig sein, diese Frage prinzipiell auszuschließen, zumal viele Paradoxa der Vernunft in die Richtung verweisen, aus denen der Glaube spricht. Außerdem dürfte es in einer von Schuld und Pathologien geprägten Geschichte kaum die eine, „reine“ und damit ungeschichtliche Vernunft geben, die unbelastet und objektiv über den Dingen stünde. So tut die wirkliche, geschichtliche Vernunft gut daran, sich von Glaube und Theologie etwas sagen zu lassen, zumal wenigsten das europäische bzw. westliche Denken eine theologische Vorgeschichte und Grundierung hat.

 

Hier dient die Fundamentaltheologie als vernünftige Grundlagenforschung des kirchlichen Glaubens: Welche Fragestellungen kann und soll er aufnehmen, wie kann er sich als Teilnehmer verschiedener Rationalitätsdiskurse verständlich machen, und welche Geschichte haben diese Fragenstellungen?

 

Struktur der Fundamentaltheologie:

Diese Fragen werden in vier klassischen Themenbereichen bzw. Traktaten formuliert:

  1. Warum dieser eine Gott (demonstratio religiosa)?

  2. Warum diese einzigartige und zugleich universal verbindliche Offenbarung in Jesus Christus (demonstratio christiana)?

  3. Warum diese eine Kirche als Adressatin und Zeugin der Offenbarung (demonstratio catholica)?

  4. Was ist der Glaubensakt und welche Quellen oder Orte der Erkenntnis (loci theologici) hat die Theologie (Theologische Erkenntnislehre)?

 

 

Literatur:

Grundlegende Literatur

 

 

 

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