Forschung

Qualifikationsprojekte

Habilitationsprojekte am Lehrstuhl

  • Dr. theol. Andreas Matena
    "Aporien einer Theologie 'nach Auschwitz'"
    Das Habilitationsprojekt setzt sich mit der Metzschen „Theologie nach Auschwitz“ als Kern der Politischen Theologie auseinander und stellt die schwierige und heikle Rückfrage nach dem spezifisch theologischen Kern der Judenvernichtung. Basierend auch auf den Überlegungen einer „Theologie der Welt“ von Johann Baptist Metz soll dabei eine aktuelle Perspektive für Theologie und Kirche in der heutigen Welt entworfen werden.
     
  • Dr. theol. Florian Kolbinger
    „Wahrscheinlichkeit als Sprachform für Gottesbeweise“
    Innerhalb der vielfältigen Versuche von Gottesbeweisen stellen diejenigen, die auf die eine oder andere Weise mit Wahrscheinlichkeit argumentieren, eine eigene Gruppe dar. Blaise Pascals berühmtes Fragment der „Wette“ ist wohl immer noch der bekannteste und meistdiskutierte Vertreter dieser Gruppe. Dabei ist „Wahrscheinlichkeit“ selbst ein Konzept, das im Rahmen der Mathematik und der erfahrungsbasierten Wissenschaften mittlerweile hoch differenziert, in philosophischer Hinsicht aber alles andere als leicht zu fassen ist. Der vielfältigen und erfolgreichen praktischen Anwendung stehen einige offene Grundsatzfragen gegenüber. Ziel des Projektes ist es den philosophisch-mathematischen Grundsatz-Diskurs um Wahrscheinlichkeit bewusster auf mit Wahrscheinlichkeit argumentierende Gottesbeweise zu beziehen und diese von daher zu hinterfragen. Im letzten führt dies zu der Frage des Verhältnisses von Wahrheit und Wahrscheinlichkeit.

Dissertationsprojekte am Lehrstuhl 

  • Dr. phil. Vincent Chinweokwu
    Das Projekt befasst sich mit den vielfältigen Dimensionen der afrikanischen Theologie, von der methodischen Bandbreite der politischen Theologie bis zur postkolonialen Theologie. Es zielt darauf ab, die Prozesse von Kontinuitäten und Diskontinuitäten aufzuzeigen, die das zeitgenössische Denken der afrikanischen Theologie kennzeichnen. Das Ziel ist die Konstituierung des afrikanischen Subjekts innerhalb der Theologie, das sich in der zeitgenössischen theologischen Auseinandersetzung in Afrika aufgelöst zu haben scheint.
    The project considers the multiple dimensions of African theology from the methodological range of political theology to postcolonial theology. It aims to show the processes of continuities and discontinuities which characterize the contemporary thought process in African theology. The central thesis is on the reconstitution of the African subject within theology, which appears to have been dissolved in the contemporary theological engagements in Africa.
     
  • Lic. theol. Hannah Hemel 
    "Heiligkeit und Glaubwürdigkeit. Zur epistemischen Autotität der Kirche in fundamentaltheologischer Perspektive"
    Das Dissertationsprojekt untersucht die Frage, inwiefern die von der Kirche hervorgebrachten Heiligen als Glaubwürdigkeitszeichen des christlichen Glaubens verstanden werden können. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass das Hervorkommen heiliger Menschen in der klassischen demonstratio catholica und insbesondere im Rahmen der via empirica als Ausdruck der Wirksamkeit göttlicher Gnade verstanden werden kann, in der gegenwärtigen Fundamentaltheologie jedoch nur selten systematisch reflektiert wird. Die Untersuchung richtet den Blick auf die empirisch wahrnehmbare Fruchtbarkeit kirchlichen Lebens und fragt, ob die Hervorbringung heiliger Menschen einen rationalen Grund darstellen kann, der Kirche epistemische Autorität zuzuschreiben. Methodisch verbindet die Arbeit neue Ansätze der analytischen Erkenntnistheorie, vor allem Linda T. Zagzebskis Theorie epistemischer Autorität, mit klassischen Ansätzen der doctrina credibilitatis, insbesondere bei Ambroise Gardeil und Réginald Garrigou-Lagrange. Ziel ist eine systematische Neubestimmung der apologetischen Bedeutung der Heiligen für die Glaubwürdigkeit der Kirche unter den Bedingungen der Gegenwart.

Weitere Qualifikationsprojekte unter der Betreuung von Prof. Dr. Johannes Grössl:

  • Johannes Rolf, M. Ed. - Dissertationsprojekt am Institut für Katholische Theologie an der Universität Paderborn
    "Der Neue Realismus - ein Beitrag zur Wissenschaftstheorie der Komparativen Theologie?"
    Traditionell wird die Frage nach dem Verhältnis der Religionen bzw. deren jeweiligen Heils- und Wahrheitsansprüchen von der religionstheologischen Modellbildung behandelt. Vertreterinnen und Verteter der sogenannten Komparativen Theologie kritisieren diesen Ansatz, zunächst, weil Religionen viel zu komplex seien, um sie aus der Vogelperspektive zu betrachten, vor allem jedoch, weil sie - anknüpfend an die Sprachspielphilosophie des späten Wittgensteins - nur durch den Vollzug und unmittelbaren Austausch zu konkreten Fragen überhaupt zu verstehen seien. Kritikerinnen und Kritiker dieser Methode sehen hierbei jedoch die Gefahr, dass so die mitunter metaphysisch-realistisch zu beschreibenden Wahrheitsansprüche, die Religionen und religiöse Menschen erheben, internalistisch bzw. antirealistisch entwertet werden. Das Projekt untersucht, ob der sogenannte "Neue Realismus", genauer: die Sinnfeldontologie des Philosophen Markus Gabriel geeignet ist, dieses Problem zu lösen, schlägt sie doch vor, Pluralität nicht als rein epistemisch bzw. sprachphilosophisch zu beschreibendes Phänomen zu verstehen, sondern als ontologische Gegebenheit.
  • Natalja Pfeifer, M.Ed. - Dissertationsprojekt an der Universität Paderborn

    "Gnade als Resonanzgeschehen"
    Gnade gehört zu den zentralen Begriffen in der christlichen Theologie. Dennoch löste die konkrete Definition des Gnadengeschehens in der Vergangenheit heftige Diskussionen, Streitigkeiten und Spaltungen aus. Auch wenn zumindest die deutschsprachige Theologie in der Gnadentheologie Karl Rahners einen gemeinsamen Ankerpunkt gefunden hat, ist damit keineswegs eine universale Lösung gefunden. Schon sein Schüler Johann Baptist Metz kritisierte seinen Ansatz dafür, dass er die realgeschichtliche Wirklichkeit nicht angemessen berücksichtigt.

    Dieses Promotionsprojekt möchte sich daher aus der rein innerkatholischen Diskussion lösen und eine ganz neue Perspektive ins Gespräch bringen: die Resonanztheorie des Soziologen Hartmut Rosa. Diese zeigt erstaunliche Schnittmengen mit dem, was aus theologischer Sicht als Gnadenerfahrung bezeichnet wird, und bietet somit einen deskriptiven Bezugspunkt für die transzendental aufgeladene Gnadenlehre.

Weitere Forschungsprojekte am Lehrstuhl

  • Forschungsprojekt Prof. Dr. Andreas Matena
    Mysticism in Dialogue. From ecstatic experience to social participation
    Proposed Panel Series (sponsored by MEMGS)
    Mysticism has recently found major attention in philosophical and literary debates, with a shift in focus becoming apparent due to mostly diachronic analysis. Mystical phenomena that are historically rooted in religious practice and therefore strongly focused on from a spiritual point of view are now much more frequently read as an intense experience of the present. Apart from various religious movements and denominations, those experiences are possible in nature, in city life, or in art. In unique ways, they (dis-)connect the experiencing self from/with its environment, bodily dimensions or history. Simon Critchley, for example, understands mystical ecstasy as a ‘fluid openness between thought and existence’ (On Mysticism. London 2024). For Niklaus Largier, mysticism appears in a continuum between sensual and aesthetic experience, between everyday life and art (Figures of Possibility. Stanford 2022). Mystical experience in addition as a disruption of conventional perception is an essential impulse for partaking and social engagement.

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