Abgeschlossene Projekte

Politisches Kabarett in der politischen Bildung - eine satirische Gattung aus didaktischer Perspektive

Egal ob Fernsehen, Radio oder Internet: Politisches Kabarett in seinen vielfältigen Ausprägungen ist fester Bestandteil deutscher Medienkultur. Der vorliegende Band liefert eine umfassende Theorie dieser Gattung, die nicht nur den historischen Hintergrund sowie Merkmale und Charakteristika des politischen Kabaretts unter die Lupe nimmt, sondern sich auch explizit dem Politischen im politischen Kabarett widmet.

 

Anschließend erfolgt eine Untersuchung zum Potential des politischen Kabaretts für die schulische und außerschulische politische Bildung. Es wird analysiert, welchen Beitrag das politische Kabarett zur Ausbildung und Entwicklung politischer Kompetenzen leisten kann und es werden differenzierte Vorschläge für den Einsatz der Gattung im Rahmen von politischen Lehr-Lern-Situationen gemacht.

 

Johanna Meister, M.A. und Mittelschullehrerin

Politische Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen der Dekade der Vereinten Nationen von 2005 bis 2014 - eine Evaluations

Die von den Vereinten Nationen ausgerufene Weltdekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung mit der Laufzeit von 2005 bis 2014, mit deren Koordination die UN-Sonderorganisation United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) beauftragt wurde, bedarf einer profunden sozialwissenschaftlichen Evaluierung, wenn sie ihren hohen normativen Ansprüchen gerecht werden will. Vor dem Hintergrund der politischen Beschlusslage zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen der UN-Dekade sowie der bisherigen Implementierung und Evaluation der Bildungsdekade wurde daher als Grundlage einer Theoriebildung zu einer politischen Bildung für nachhaltige Entwicklung eine weltweit angelegte Expertenbefragung in fünf Sprachen (deutsch, englisch, französisch, spanisch, portugiesisch) und bezogen auf die von der UNESCO etablierten fünf Weltregionen Afrika, Arabische Staaten, Asien, Europa und Nordamerika sowie Lateinamerika und Karibik durchgeführt. Die darauf aufbauende Analyse der durchgeführten Befragung ermittelt die jeweiligen Konzepte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie deren praktische Umsetzung vor dem Hintergrund der länderspezifischen Bildungsinstitutionen und im Hinblick auf ihre politisch-demokratische Bildungswirksamkeit. Darüber hinaus wird die weiterreichende Frage beantwortet, inwieweit der Dekadenprozess selbst auf internationaler und nationalstaatlicher Ebene sowie in zivilgesellschaftlichen Kontexten als bildungspolitisches Demokratisierungsprojekt im Sinne von „Global- und Good Governance“ verstanden und dementsprechend implementiert werden kann.

 

Die Autoren der Studie kommen u.a. zu dem Ergebnis, dass erst die dauerhafte Etablierung demokratischer Bildungsstrukturen, die gleichermaßen aus staatlich unterstützten Top-down- und zivilgesellschaftlich fundierten Bottom-up-Prozessen erwachsen, auf lange Sicht erwarten lässt, dass sich die Leitideen der nachhaltigen Entwicklung im Bewusstsein der Menschen verankern werden. Des Weiteren bestätigen die Einschätzungen der Experten u.a., dass insbesondere in den Ländern des Südens die notwendigen Entwicklungspotentiale und bildungspolitischen Infrastrukturen sowie adäquate Umsetzungsstrategien zur Implementierung einer politischen Bildung für nachhaltige Entwicklung weitgehend nicht zur Verfügung stehen. Daher müssen vor allem die weiter entwickelten europäischen Länder politikdidaktische wie auch bildungspolitische Beratungsdienste und Transformationsleistungen bereitstellen, um die Erfolgschancen der globalen Bildungsinitiative zu erhöhen.

 

Die mit dem Forschungsprojekt verbundene Publikation (Erscheinungsjahr 2015) richtet sich an Wissenschaftler und Praktiker in den Bereichen Bildung und Forschung sowie an bildungs-, umwelt- und entwicklungspolitische Akteure in den verschiedensten staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen und Organisationen, wie z.B. UNESCO, BMBF, BMU, BMZ, GIZ, politische Stiftungen sowie Global Marshall Plan und World Future Council.

 

PD Dr. Bernhard Ohlmeier & Prof. Dr. Andreas Brunold

Politische Identitäts- und Bewusstseinsbildung im Kontext europabezogenen Lernens

Trotz zunehmender Europäisierung der Politik und der Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen in Deutschland scheint es bislang nicht zu gelingen, der jungen Generation eine ausreichende europapolitische Bildung zu vermitteln. Diese kann nicht die Aufgabe haben, für die Europäische Union zu werben, sondern muss die tatsächliche politische Bedeutung der europäischen Integration verständlich machen, Probleme und offene Zukunftsfragen herausarbeiten und eine reflektierte Urteilsbildung fördern. Um anschlussfähig an bestehende Einstellungsmuster, Vorurteilsstrukturen und Europabildern von Kindern und Jugendlichen anknüpfen zu können, wurde im Rahmen von Qualifikationsarbeiten und in Kooperation mit dem Europabüro (Europe Direct-Informationszentrum) sowie verschiedenen Schulen der Stadt Augsburg eine schriftliche Befragung von Schülerinnen und Schülern durchgeführt, deren Ergebnisse u.a. in die Broschüre "Europa in Augsburg - von Kindern für Kinder" mit eingeflossen sind.

 

Prof. Dr. Andreas Brunold, Beatrice Hufnagel (Grundschullehrerin) & Birgitta Krammer (Grundschullehrerin)

Kommunalpolitik und Demokratie-Lernen

Dieser Forschungsschwerpunkt verbindet die Kommunalpolitik als "Urzelle" des politischen Gemeinwesens in der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland mit den politikdidaktischen Intentionen und Ausprägungen des Demokratie-Lernens. Im Unterschied zu den politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen auf nationalstaatlicher und internationaler Ebene lässt sich die Kommunalpolitik viel unmitelbarer wahrnehmen und sichtbar machen. Kaum ein anderes Lernfeld innerhalb der politischen Bildung lässt sich daher so evident in Form eines "ganzheitlichen Lernens vor Ort" organisieren und erschließen. Ausgehend von den Schnittstellen zwischen der Schule als kommunale Einrichtung und der Gemeinde als Schulträger sollen daher die Bildungspotentiale ermittelt und ausgelotet werden, die eine stärkere Vernetzung zwischen der kommunalen und schulischen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen herstellen. Dabei geht es zum einen um unterrichtliche Zugänge zu kommunalpolitischen Themenkomplexen, während zum anderen auch mittlerweile etablierte kommunalpolitische Instrumentarien in den schulischen Kontext eingeführt werden sollen. Will man Lernende an der Gestaltung ihrer Kommune beteiligen, brauchen sie ausreichend Gelegenheit, neue politische Verfahrensweisen der Demokratie vor Ort kennen zu lernen und praktische Erfahrungen mit diesen selbst zu sammeln.

 

Eine weiterführende Vertiefung dieses Themengebiets ist mit der internationalen Fachkonferenz "School and Community Interactions" verbunden, die von der Professur für Politische Bildung und Politikdidaktik vom 14. bis 17. Februar 2011 an der Universität Augsburg im Rahmen des European Network for Excellence in Research on Citizenship Education (ENERCE) organisiert und durchgeführt wurde (siehe den entsprechenden Link zur internationalen Fachkonferenz).

 

Prof. Dr. Andreas Brunold & PD Dr. Bernhard Ohlmeier

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