Tag der Europäischen Kulturgeschichte

Seit 2016 findet regelmäßig im Sommersemester ein Tag der Europäischen Kulturgeschichte statt, der zentrale Themen der Kulturgeschichte behandelt und einen Einblick in die Arbeit des Instituts bieten soll. Dabei werden unterschiedliche Formate erprobt — Vorträge und kürzere Impulsreferate ebenso wie Buchpräsentationen und öffentliche Abendvorträge sowie Ausstellungen.

2021 - "Augsburg im 18. Jahrhundert"

Der sehr dichten Forschungslage zur Geschichte Augsburgs im 16. Jahrhundert bis etwa in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges hinein steht eine deutlich geringere Forschungsaktivität für die späteren Phasen der Frühen Neuzeit, namentlich für das 18. Jahrhundert, gegenüber. Grund dafür ist unter anderem ein verbreitetes
Narrativ, das im 16. Jahrhundert ein ‚goldenes Zeitalter‘ der Augsburger Stadtgeschichte sieht, ab den zwanziger Jahren des 17. Jahrhunderts hingegen einen Niedergang, von dem sich die Stadt erst im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wieder erholt habe. Einige Hinweise der jüngeren Forschung weisen
indes darauf hin, dass dieses Narrativ korrekturbedürftig ist. Der Tag der Europäischen Kulturgeschichte 2021 setzt sich daher das Ziel, Forschungsperspektiven für das 18. Jahrhundert zu diskutieren und gemeinsame Vorhaben anzustoßen.

2019 - "Europa - Kulturhistorische Horizonte"

Europa – als Begriff mit antiken Wurzeln seit dem späten Mittelalter und dem Beginn der Renaissance zunehmend in Gebrauch – war nie allein räumlich definiert, sondern immer schon mit sich wandelnden kulturellen Konnotationen versehen. Seine Grenzen waren nie eindeutig und im Inneren war es stets kleinteilig gegliedert. Ein Bewusstsein der Einheit stand der faktischen Vielfalt gegenüber. Die Komplexität europäischer Beziehungen steht in Wechselbeziehung zur Komplexität der Transfer- und Integrationsprozesse. Der Tag der Europäischen Kulturgeschichte 2019 dient in einem Nachmittagsteil vor allem der internen Diskussion und Positionierung des Instituts und seiner Mitglieder, ist aber für ein interessiertes Publikum offen. Am Abend geben zwei öffentliche Vorträge Einblicke in historische und literaturwissenschaftliche Ansätze zur Erforschung europäischer Themen. Dabei stehen insbesondere die Epoche der Aufklärung sowie die Verbreitung und Rezeption von Friedens- und Verfassungskonzepten im Vordergrund.

2018 - "Krieg und Frieden in der Europäischen Kulturgeschichte"

In diesem Jahr 2018 jährt sich zum vierhundertsten Mal der Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs, und zugleich zum hundertsten Mal das Ende des 1. Weltkriegs. Beide Ereignisse – ein Kriegsausbruch und ein Friedensschluss – bringen daher eine Vielzahl an neuen Forschungen, Forschungssynthesen, Tagungen und anderen Veranstaltungen hervor. Grund genug, am diesjährigen Tag der Europäischen Kulturgeschichte allgemein über die kulturhistorische Bedeutung von Krieg und Frieden nachzudenken. Von der mittelalterlichen Literatur über Friedensdarstellungen in frühneuzeitlichen Drucken und Kindheitserfahrungen im 1. Weltkrieg bis hin zu einer in der Langzeitperspektive angelegten Reflexion protestantischer Haltungen zu Krieg und Frieden reicht unser Nachmittagsprogramm, das am Abend noch durch einen öffentlichen Vortrag zur Kulturgeschichte der Schlacht ergänzt wird.

2017 - "Imaginationen von Antike"

Verweise und Rekurse auf die Antike waren und sind ein ubiquitäres Phänomen, das in ganz unterschiedlichen Aneignungszusammenhängen und zu ganz unterschiedlichen Zeiten Teil der europäischen Kultur ist. Antike wurde in Kunst, Literatur und Rhetorik nachgeahmt oder als Argument in politische, philosophische und theologische Debatten eingebracht. Der Rekurs auf eine autoritative Vergangenheit war allgemein akzeptiert, konnte in seiner inhaltlichen Füllung aber durchaus umstritten sein. Dabei war Antike nie eine objektive Gegebenheit, sondern wurde in der Aneignung immer wieder neu imaginiert und konstruiert. Eben diesem Phänomen widmet sich der diesjährige Tag der Europäischen Kulturgeschichte, indem er exemplarisch Formen der Imagination von Antike thematisiert und Möglichkeiten ihrer Erforschung aufzeigt.

2016 - "Himmels(t)räume"

Die Projektion himmlischer Welten und die Erforschung des sichtbaren Himmels stellen zwei zentrale Achsen der europäischen Kulturgeschichte dar. Ihr jeweiliges Wechselverhältnis bestimmte den Weg Europas von der Christianisierung zur Säkularisierung (und zurück?) maßgeblich. Die bisherige Forschung ist jedoch spezialisiert; d. h. sie befasst sich entweder kultur- oder naturwissenschaftlich mit dem Himmel (heaven vs. sky). Beide Ansätze zusammenzubringen, stellt deshalb eine große Herausforderung dar. Das Institut für Europäische Kulturgeschichte nähert sich dieser Herausforderung aus verschiedenen Richtungen. Es möchte seine Überlegungen in diesem Jahr erstmals in Form eines Tages der Europäischen Kulturgeschichte der Öffentlichkeit vorstellen.

Ansprechpartner

Sekretärin
Institut für Europäische Kulturgeschichte

Suche