Abschlussprüfungen

Sollten Ihnen die Informationen zum Lehramtsstudium Physik auf dieser Seite nicht weiterhelfen oder Fragen offen lassen, wenden Sie sich bitte per Email an  Prof. Dr. Olaf Krey.

Lehramt Physik: Am Ende

Gegen Ende des Studiums rücken vermutlich zwei Themen in den Fokus Ihrer Aufmerksamkeit:

 

  1. Wie funktioniert das mit der schriftlichen Hausarbeit?
  2. Wie schaffe ich nur das erste Staatsexamen?

 

Mit der schriftlichen Hausarbeit soll der/die Studierende die Fähigkeit zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit nachweisen. Dieser Nachweis kann auch in der Fachphysik oder in der Didaktik der Physik erbracht werden.

 

In der Physikdidaktik können Sie gern auf promovierte Dozenten zugehen, um ein Thema zu vereinbaren. Die Arbeit sollte in jedem Fall einen direkten Bezug zum Lehren oder Lernen von Physik aufweisen, eine echte Frage stellen und nach einer begründeten (mindestens vorläufigen) Antwort suchen. In der Regel soll die Gültigkeit der Antwort auch empirisch gestützt werden. 

 

 

Im Rahmen dieser Arbeit soll in einem theoretischen Teil der Frage nachgegangen werden, inwiefern Kreativität eine Rolle beim Lernen von Physik spielt bzw. mit dem Fach Physik kompatibel ist. In einem empirischen Teil soll dann auf noch zu bestimmende Art und Weise erhoben werden, welche Vorstellungen von Kreativität lernende Physiklehrpersonen haben und wie Sie die Notwendigkeit von Kreativität für das Lernen von Physik beurteilen.

Physiklehrpersonen verwenden in ihrem Physikunterricht Mathematik. Diese Verwendung kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise erfolgen - bewusst oder nebenbei, begründet oder selbstverständlich etc. Im Rahmen dieser Arbeit sollen Situationen dokumentiert (videografiert, protokolliert etc.) werden, in denen Mathematik verwendet wird. Diese dokumentierten Fälle und ein Interview mit der Lehrperson sollen anschließend mithilfe der Basismethode nach Kruse (oder elaborierter) interpretiert werden.

Physiklernende werden im Phyiskunterricht mehr oder weniger regelmäßig mit der Verwendung von Mathematik konfrontiert. Dies kann als unbedeutend, schön oder auch hinderlich und abstoßend erlebt werden. Im Rahmen dieser Arbeit sollen Situationen dokumentiert (videografiert, protokolliert etc.) werden, in denen Mathematik verwendet wird. Diese dokumentierten Fälle und ein Interview mit dem/der betreffenden Lernenden sollen anschließend mithilfe der Basismethode nach Kruse (oder elaborierter) interpretiert werden.

Im SoSe 2020/21 wird der LehrplanPlus auch in der 8. Klassenstufe des Gymnasiums eingeführt. Hier ist nun eine gegenüber dem Vorgängerlehrplan veränderte Einführung des Kraftbegriffs vorgesehen. Inhalt der Arbeit ist die Begleitung von 2-3 Lehrenden bei der Behandlung des Themas durch teilnehmende Beobachtung und regelmäßige kurze Interviews über das Vorgehen und die Erfahrungen der Lehrenden. Die konkrete Untersuchungsfrage kann noch abgestimmt werden.

Im SoSe 2020/21 wird der LehrplanPlus auch in der 8. Klassenstufe des Gymnasiums eingeführt. Hier ist nun eine gegenüber dem Vorgängerlehrplan veränderte Einführung des Kraftbegriffs vorgesehen. Inhalt der Arbeit ist die allgemeine Begleitung einer Klasse und die intensivere Begleitung zweier Lernender dieser Klasse (Beobachtung, mehrere kurze Interviews) bei der Behandlung des Themas. Die konkrete Untersuchungsfrage kann noch abgestimmt werden. (Anbieten würde sich außerdem eine Erhebung von Schülervorstellungen vor und nach der Unterrichtseinheit.)

Üben, üben, nochmals üben! Oder ist das zu langweilig, nicht mehr zeitgemäß, sollte man nicht intelligent üben? Warum überhaupt üben. Die Arbeit soll in einem theoretischen Teil der Frage nachgehen welche Hoffnungen, Ziele und Wünsche sich mit dem Üben in der Schule im Allgemeinen und im Physikunterricht im besonderen verbinden. Für einen empirischen Teil sollen Interviews mit mindestens drei Physiklehrpersonen geführt werden, in denen diese über ihre Praxis und die Rolle der Übung darin berichten.

Der Inhalt des Unterrichts ist ja klar - steht im Lerhplan und überhaupt, Physik ist Physik. Dieser Annahme kritisch gegenüber stehend könnte man vermuten, dass physikalische Inhalte nicht gleich das im Unterricht verhandelte sind. Man könnte sogar vermuten, dass es im Unterricht relativ selten um Physik geht, sondern eher um einen Ersatzgegenstand der in einem Physikunterricht irgendwie geschaffen wird - hauptsächlich von der Lehrperson, zum Teil aber auch von den Lernenden. Im Rahmen der Arbeit soll dieser These nachgegangen werden, indem Einführungsstunden von verscheidenen Lehrpersonen zu verscheidenen Themen (je nach Bearbeitungszeitraum im Schuljahr) dokumentiert (am besten videografiert und transkribiert) und dann interpretiert werden.

Basierend auf der Theorie des „knowledge in pieces“ DiSessa (1993) formuliert Sherin (2001) eine Theorie über symbolische Formen, derzufolge formale mathematische Symbole und eine (physikalische) Bedeutungsvorstellung zusammen eine sogenannte „symbolische Form“ bilden, deren Kenntnis für das Konstruieren und Interpretieren von mathematischen Ausdrücken relevant ist. Aufgaben für zwei Abschlussarbeiten zu diesem Thema wären a) die Entwicklung und (ansatzweise) Validierung eines Tests zum Konstruieren und Interpretieren von Gleichungen und b) die Entwicklung und Evaluation eines Trainingsprogrammes, das die konstruktiven und interpretativen Fähigkeiten von Lernenden im Umgang mit Gleichungen verbessern soll.

Schüler*innen sollen auch über die Natur der Physik lernen und Lehrer*innen darüber lehren. Was aber tut eine Physikerin, wenn Sie forscht? Ist der Physiker in erster Näherung ein Automat, der Kaffee in Modelle verwandelt? Forschen Physiker*innen allein, heimlich, still und leise? Welche Sprache verwenden Sie informell und offiziell, wenn Sie sich über ihre Forschung unterhalten. Stimmen Handlung und Artikulation immer überein oder gibt es da Wissen, das nicht kommuniziert werden kann? Diese und weitere Fragen lassen sich an die wissenschaftliche Praxis stellen. Je nach Interesse muss die Fragestellung fokussiert und dann im Rahmen einer Fallstudie (die Suche nach jemandem, der sich über die Schulter schauen lässt, steht noch bevor) beantwortet werden. Die Fragestellung soll in der wissenschaftssoziologischen/ wissenschaftstheoretischen Literatur, die zielorientiert aufzuarbeiten ist, verortet und mit Blick auf die schulische Relevanz bearbeitet werden. Genauere Absprachen und eine Differenzierung der Anforderungen für Bachelor- und Masterarbeiten nach Absprache.

Die Linsengleichung stellt ein zunächst nicht triviales Ergebnis der Strahlenoptik dar, das in der Regel mitgeteilt und mit dem dann schön gerechnet werden kann. Wirkliches Verständnis darüber, was genau die Gleichung eigentlich besagt besteht selten. Diese Behauptungen sollen mithilfe von Interviews mit Schülerinnen und Schülern (nach der Behandlung der Linsengleichung) überprüft werden. Eine Aufarbeitung der Geschichte der Linsengleichung ist dabei hilfreich.

Die Linsengleichung stellt ein zunächst nicht triviales Ergebnis der Strahlenoptik dar. Gleichzeitig ist es auch der erste (in der Regel unreflektierte) Umgang mit einer Funktion mehrerer Veränderlicher. Im Rahmen der Arbeit soll ein Konzept entwickelt werden, wie man fächerübergreifend (Mathematik/Physik) zu einem besseren, integrativen Verständnis der Linsengleichung kommen kann.

Der Ölfleckversuch ist auch heute noch wichtiger Bestandteil der schulischen Atomphysik. Der Verscuch selbst entspricht aber keinem wissenschaftlcihen Experiment. Vielmehr würde man sich bei all den sehr einfachen Näherungen nicht wundern, wenn die Größenordnung des Atoms verfehlt würde. Neben einer fachlichen Analyse des Ölfleckversuches, sind seine Geschcihte und das damit vermittelte Bild von Physik von unmittelbarem Interesse für den Physikunterricht.

"Ein englischsprachiges Instrument zur Erhebung des Verständnisses der sRT soll übersetzt (Rohfassung liegt vor) und pilotiert werden. Die Qualität des Testinstrumentes soll zunächst in mehreren Schritten überprüft, dann soll das Instrument zur Evaluation einer LV eingesetzt werden. Unterthemen: a) Qualitätssicherung durch Analyse der Protokolle lauten Denkens beim Bearbeiten von Testitems b) Qualitätssicherung durch quantitative Analyse der Testdaten c) Anwendung des Tests zur Evaluation einer LV"

Physikstudierende und -dozierende sollen zu Ihren Vorstellungen zum physikalischen Phänomen der Lichtbrechung befragt werden. Welche Bilder werden dabei verwendet und wie wird nicht nur der vermeintliche Fakt sondern die Frage nach dem „Warum“ mental repräsentiert?? Welche Vorstellungen vom Mechanismus der Lichtbrechung lassen sich finden?

"Bumerangs sind v.a. aus Australien bekannt. Einst waren Sie aber in vielen Ländern der Erde verbreitete Spielzeuge oder Waffen, heute werden Sie vor allem als Spielzeuge oder Sportgeräte benutzt. Die Physik der Bumerangbewegung ist dabei gar nicht trivial und die Optimierung eines Bumerangs auf eine bestimmte Eigenschaft hin ist sogar recht anspruchsvoll und führt auf interessante Anwendungen von Mathematik und Physik. Neue 3d-Druck-Technologie macht es möglich, Bumerangmodelle schnell herzustellen und deren Flugverhalten sofort zu erproben. Im Rahmen der Zulassungsarbeit soll ein Modul für das Schülerlabor entwickelt, erprobt, evaluiert und dann optimiert werden, das für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe geeignet ist."

 

Das erste Staatsexamen ist tatsächlich nicht ganz ohne und sollte nicht unterschätzt werden. Es bedarf einer gründlichen Vorbereitung! Wenn möglich, sollten Sie von den angebotenen Repetitorien (Experimentalphysik, Theoretische Physik und Didaktik der Physik) Gebrauch machen. Suchen Sie im Digicampus nach den einschlägigen Lehrveranstaltungen. 

 

Viele Antworten zu Fragen das Staatsexamen betreffend finden Sie auch auf den Seiten des ZLbiB

 

Hier finden Sie eine Übersicht über ausgewählte frühere Aufgaben des Bayerischen Staatsexamens für den Bereich Didaktik der Physik.

 

Staatsexamensaufgaben

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