Forschung

Hier erhalten Sie einen Überblick über die Forschungsprojekte des Lehrstuhls Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg

Praktiken der Solidarität und der Arbeit seit dem 19. Jahrhundert

Ein im Februar 2018 gestartetes, vom BMBF finanziertes Forschungsprojekt untersucht gemeinsam mit Philosophen und Soziologen transnationale „Praktiken der Solidarität“. Das interdisziplinäre Projekt hat das Ziel, die Strukturen und Dynamiken, Bedingungen, Grenzen und Ambivalenzen solidarischer Praktiken zu untersuchen – und das für einen langen Zeitraum, im interdisziplinären Gespräch und im Austausch mit verschiedenen Praxispartnern zivilgesellschaftlicher Organisationen. Die Leitung des Verbundprojekts mit der Universität München (Prof. Stephan Lessenich, Institut für Soziologie) und der Hochschule für Philosophie (Prof. Michael Reder, Lehrstuhl für Praktische Philosophie) liegt am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte in Augsburg.

Zu den MitarbeiterInnen gehören Bastian Högg, Sophia Dafinger Jan Neubauer und Kornelia Rung, die sich mit der Geschichte der Hilfe für Flüchtende sowie mit den Debatten über „faire Produktionsbedingungen“ und „ethischen Konsum“ in der Textilindustrie seit den 1970er Jahren beschäftigen.

 

 

Homepage des Projekts: https://praktiken-solidaritaet.de/ 

 

 

 

Zeitgeschichte des Sterbens

Der Frage, wie sich Tod und Sterben im Verlauf des 20. Jahrhunderts veränderten, widmet sich das Lehrstuhl-Team in verschiedenen Zusammenhängen. Wahrnehmung und Erleben eines „gewaltsamen Todes“ sind Bestandteil der Forschungen zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg. In einem von der DFG geförderten Projekt untersucht Florian Greiner die gesellschaftliche Auseinandersetzung um das Sterben in beiden deutschen Staaten nach 1945, also in jenen Jahren, in denen der „natürliche Tod“ zum bestimmenden Merkmal des Lebensendes wurde. Was machte für Zeitgenossen einen „guten Tod“ aus und mit welchen Mitteln wurde versucht, ein selbstbestimmtes „Sterben in Würde“ in modernen  Industriegesellschaften zu gewährleisten? Die – um internationale Ausblicke ergänzte – vergleichende deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte berücksichtigt zum einen die unterschiedlichen politischen Konturen der beiden Staaten, nimmt zum anderen aber auch längere Traditionslinien und die gemeinsame NS-Vergangenheit von Bundesrepublik und DDR in den Blick. Die intensive Auseinandersetzung um die Probleme am Lebensende, insbesondere im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, erscheint als eine Sonde für allgemeine Entwicklungen, die Aufschluss über gesellschaftliche Konventionen, sozialen Wandel und vorherrschende normative Grundstrukturen geben kann.

Im Kontext des Forschungsschwerpunktes ist u.a. erschienen (auch mit einem Beitrag von Florian Greiner): 
Ute Planert / Dietmar Süß / Meik Woyke (Hg.): Sterben, Gedenken, Töten. Zur Sozialgeschichte des Todes, Bonn 2018.

Vgl. zur Presseberichterstattung über das Projekt u.a.:
Doris Arp: Autonomie und Selbstbestimmung. Vom guten Sterben, in: Deutschlandfunk, 12.01.2017,
http://www.deutschlandfunk.de/autonomie-und-selbstbestimmung-vom-guten-sterben.1148.de.html?dram:article_id=376086 

 

 

 

Flüchtlingsmigration und zivilgesellschaftliche Solidarität im Sozialstaat

In einem von der Volkswagenstiftung geförderten Projekt untersuchen Dietmar Süß und Cornelius Torp die Frage, wie sich der bundesdeutsche Sozialstaat und das ihm zugrundeliegende Solidaritätsverständnis angesichts unterschiedlicher Migrationsbewegungen von den späten 1970er Jahren bis heute verändert hat. Dabei richtet sich der Blick besonders auf die Prägekraft zivilgesellschaftlicher Akteure und freier Wohlfahrtsverbände. Ausgehend von der Vorstellung, dass „Solidarität“ zu den entscheidenden normativen Ressourcen des Wohlfahrtsstaats gehört, akzentuiert das Projekt dabei einen Begriff, der – ebenso wie „Gerechtigkeit“, „Sicherheit“ und „Freiheit“ – zu den zentralen Wertideen der Moderne gehört, aber bislang kaum Gegenstand historischer Forschung geworden ist. Die Ergebnisse werden 2021 in einer kleinen Monographie veröffentlicht.

 

 

 

 

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