Kornelia Rung

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Neuere und Neueste Geschichte
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E-Mail: kornelia.rung@philhist.uni-augsburg.de
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Promotionsvorhaben

 

„Faire Arbeit“. Solidarität und globale soziale Rechte in der Textil- und Bekleidungsindustrie, ca. 1970-1994

 

Das Projekt fragt nach dem spannungsreichen Verhältnis von „globaler“ Produktion, „fairer“ Arbeit und „verantwortungsvollem“ Konsum. Es untersucht die Entwicklung der Textil- und Bekleidungsindustrie als Teil der globalen Verschiebung von Produktionsräumen, die massive Auswirkungen auf die Beschäftigten hatte und unmittelbar verbunden war mit unterschiedlichen Anstrengungen, ebendiesen Auswirkungen zu begegnen. In diesem Rahmen fragt die Arbeit danach, wie unter den Bedingungen veränderter Produktionsketten und globaler Wettbewerbsstrukturen ‚Solidarität‘ verhandelt wurde. Dabei wird nach der Herausbildung unterschiedlicher Handlungskooperationen, den Entstehungsbedingungen von „fairer“ Arbeit und Produktion und der Historizität „sozialer Rechte“ im globalen Kontext gefragt. Im Zentrum stehen nationale und internationale Textil- und Bekleidungsgewerkschaften, die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) sowie unterschiedliche Nicht-Regierungsorganisationen der „Dritte-Welt-Bewegung“. Die Studie fragt mithin nach der globalen Wirkungsgeschichte textilindustrieller „Krisen“ und untersucht unterschiedliche Praktiken „internationaler Solidarität“. Besonderes Augenmerk wird auf Prozesse der „Solidarisierung“ gelegt; ein Begriff, der andeutet, dass Solidarität mit unterschiedlichen Betroffenen des Wandels in der Textilindustrie nicht im luftleeren Raum existierte, sondern Ergebnis eines Lern- und Aneignungsprozesses war. Der Blick auf Praktiken der Solidarität im Kontext der textilindustriellen Krise eröffnet damit die Möglichkeit, Gewerkschafts-, Konsum-, Unternehmens- und Sozialgeschichte zu einer Geschichte des Kapitalismus an der Wende des 20. Jahrhunderts zu verbinden.

 

Das Projekt entsteht im Rahmen des Verbundprojekts „Praktiken der Solidarität: Strukturen und Dynamiken transnationaler Solidarität im 20. und 21. Jahrhundert“, einer Kooperation des Instituts für Soziologie (Ludwig-Maximilians-Universität München), des Lehrstuhls für praktische Philosophie (Hochschule für Philosophie München) und des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte (Universität Augsburg), und ist Teil der BMBF-geförderten Maßnahme „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen“ im Rahmen des Forschungsprogramms „Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“.

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