Exkursionsarchiv
Sommersemester 2026: Zwischen Forschung und Veranstaltungsorganisation - Halle, Leipzig und Magdeburg
Zwischen dem 26. und 31. Mai 2026 fand eine Exkursion mit Studierenden der Universität Augsburg aus den Fachbereichen Musikwissenschaft und Kunst- und Kulturwissenschaft statt. Sie steuerte gezielt drei Städte an, die durch „große“ Namen der Musikgeschichte geprägt sind: Halle durch Georg Friedrich Händel, Leipzig durch Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy und Magdeburg durch Georg Philipp Telemann und den gebürtigen Leipziger Richard Wagner, der dort prägende Erfahrungen machte. Alle Städte sind einerseits durch die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Komponisten geprägt, andererseits durch zahlreiche Veranstaltungsaktivitäten, in die die Wissenschaft eingebunden ist.
Nach einer pünktlichen Bahnfahrt am Dienstag (26.5.) begannen wir vor der Marktkirche in Halle mit einem Kurzreferat von Magdalena Kuri zu „Georg Friedrich Händel in Halle und Hamburg“, das die frühen Jahre des später in London so erfolgreichen Händel beleuchtete. Neben der Marktkirche besuchten wir den Dom, um dann die erste Station der Exkursion aufzusuchen: das Museum Händelhaus. Wir erhielten eine sehr interessante Führung durch die Ausstellung und gingen dann zur Hallischen Händel-Ausgabe, wo uns Teresa Ramer-Wünsche einen spannenden Einblick in die Arbeit der Händel-Gesamtausgabe gewährte.
Am nächsten Tag (Mittwoch, 27.5.) fuhren wir nach Leipzig und konnten uns im Bach-Archiv bei Wolfram Enßlin über das aktuelle Projekt „Forschungsportal Bach“ informieren. Herr Enßlin führte uns auch durch das Bach-Museum. Ich selbst konnte beitragen, dass es einen Bach-Schüler aus Augsburg gab, Philipp David Kräuter, der 1712/13 bei Bach in Weimar studierte und später Kantor an der St. Annakirche wurde. Am Nachmittag ging es in das Instrumentenmuseum der Universität, eine der größten und wichtigsten Instrumentensammlungen in Deutschland, wo wir bei einer Führung die Highlights des Museums kennen lernten, wie z.B. zwei Hammerflügel Bartolomeo Cristoforis aus Florenz, dem „Erfinder“ des Klaviers.
Der nächste Tag (Donnerstag, 28.5.) in Leipzig stand im Zeichen von Felix Mendelssohn Bartholdy, des durch ihn gegründeten Konservatoriums in Leipzig und dem Deutschen Musikarchiv. Eine Führung durch Mendelssohns Wohnhaus in Leipzig – der einzigen erhaltenen Wohnung der Familie – brachte überaus spannende Einblicke in sein Leben und das seiner Schwester Fanny Hensel. Anschließend besuchten wir das Deutsche Musikarchiv, eine Abteilung der Deutschen Nationalbibliothek, das ähnlich wie diese den Auftrag hat, sämtliche in Deutschland veröffentlichte Musik zu sammeln. Ruprecht Langer führte uns und beantwortete kompetent unsere zahlreichen Fragen. Highlight war die Vorführung eines originalen Edison-Apparats, mit knisternder Wachs-Walze, was ja bekanntermaßen den Beginn der Tonaufzeichnung markiert. An diesem Tag berichtete Laurinia Bock über „Robert Schumann und Clara Wieck in Leipzig“, jenes berühmte Musikerehepaar, das am Leipziger Konservatorium unterrichtete. Hannah Reichardt sprach über „Die Gründung des Leipziger Konservatoriums und seiner Bedeutung im 19. Jahrhundert“ und machte deutlich, dass seit der Gründung des Konservatoriums Frauen zum Studium zugelassen waren. Dieser Aspekt wurde vertieft von Maia Rexeis, die zu „Frauen am Leipziger Konservatorium“ referierte und am Beispiel von Ethel Smith die internationale Ausstrahlung der Institution verdeutlichte.
Am nächsten Tag (Freitag, 29.5.) fuhren wir weiter nach Magdeburg, wo wir einen Termin im Stadttheater hatten, das aktuell den Titel „Theater des Jahres 2025“ trägt und sich gegen deutlich größere Bühnen durchgesetzt hat. Esther Behreis (die Chefdramaturgin Ulrike Schröder musste kurzfristig absagen) führte uns zunächst durchs Theater, wo wir Bühne, Technik, Lichtregie und vieles mehr kennen lernten und stand dann für ein äußerst interessantes Gespräch über die Aufgaben von Chefdramaturg:innen, den Theateralltag, Spielplangestaltung, Umgang mit prekären Texten, die Verleihung der Auszeichnung usw. zur Verfügung. Am Nachmittag ging es ins Telemann-Zentrum, dessen Telemann-Ausgabe eine Auswahlausgabe ist und damit freier gestaltet werden kann als eine Gesamtausgabe, in dem Forschung und Konzertorganisation stark ineinandergreifen und das wichtige Digitalisierungsvorhanben gestartet hat.
Köthen war das Ziel am folgenden Tag (Samstag, 30.5.). Dort hatten wir eine Führung durch das Schloss, bei der wir viel über Johann Sebastian Bachs Zeit als dortiger Hofkapellmeister erfuhren und eines seiner Wohnhäuser aufsuchten. Vor der Führung referierte Kerstin Daniel über „Das Kantorat – Aufgaben, Dimensionen, musikalische Produktion“ und stellte damit ein zentrales kirchenmusikalisches Amt im protestantischen Deutschland vor. Am Nachmittag (der Termin musste kurzfristig von Freitag verschoben werden) führte uns Manuela Schwartz (Hochschule Magdeburg-Stendal) durch Magdeburg und stellte Orte vor, an denen Richard Wagner während seiner Magdeburger Jahr gelebt und gewirkt hat. Dabei stellte sich heraus, dass der blutjunge Wagner damals bereits einen Theaterbetrieb leitete und seine Berufung für die Oper entdeckte. Krönender Abschluss und absolutes Highlight der Exkursion bildete am Abend die Aufführung des Musicals „Scholl – Die Knospe der Weißen Rose“ im Stadttheater Magdeburg. Die sehr gut besuchte und musikalische exzellente Aufführung führte eindrücklich die Beweggründe, Zerrissenheit und Wandlung hin zum Widerstand der Geschwister Scholl und ihrer Freunde vor Augen.
Sommersemester 2025: Von Partitur zur Inszenierung: Die Opern-Installation Matsukaze und ihr Probenprozess
Im Sommersemester 2025 fand eine besondere Exkursion statt. Studierende hatten die Möglichkeit, den Probenprozess von Matsukaze zu begleiten, einem installativen Musiktheaterprojekt an der Bayerischen Staatsoper in München. Matsukaze fand im Rahmen des Ja, Mai-Festivals der Staatsoper statt. Die Premiere war am 03.05.2025. Die Oper von Toshio Hosokawa basiert auf dem japanischen Nō-Theater-Stoff des Meisters Zeami aus dem 15. Jahrhundert und erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die Salzwäscherinnen Matsukaze und Murasame, und ihrer (unglücklichen bzw. unerfüllten) Liebe zum Adeligen Yukihira. Dieser muss eines Tages abreisen, verspricht aber, zurückzukehren, sobald er die Sehnsuchtrufen hört. Doch er stirbt und die beiden Schwestern bleiben Gefangene ihrer Sehnsucht. Als ewige Geister sind sie an einem Strand mit einer einzelnen Kiefer gefangen. Hunderte von Jahren später scheint ein Mönch ihnen einen Weg zur Befreiung anzubieten.
Die Exkursion war eine Kooperation der Universität Augsburg, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Bayerischen Staatsoper. Sie wird in einem ausführlichen Aufsatz im Heft Positionen zur aktuellen Musik (November 2025) besprochen.
Sommersemester 2024: Exkursion vom 8. bis 11. Mai 2024 nach Stuttgart, Straßburg und Colmar
Unter dem Thema „Musikdarstellungen und Musikinstrumente in Museen am Oberrhein“ wurde nach einer vorbereitenden Sitzung eine Reise entwickelt, die über Stuttgart nach Straßburg und Colmar führte. Das auf dem Weg liegende Stuttgart präsentierte im Landesarchiv zur fraglichen Zeit eine Ausstellung über Württemberg und das Elsass. Zugrunde gelegt war die Idee, dass die Studierenden beim Besuch von bedeutenden Museen und auch der Portale historischer Kirchenbauten bei der Betrachtung der Exponate sowie Skulpturen den Blick auf das Thema Musik, Musikszenen und Musikinstrumente richten, um die jeweils relevante Ikonographie anzuwenden und in die sozio-historische Umgebung vergangener Epochen zu bringen. Aus Gründen der guten Erreichbarkeit der aufgesuchten Orte erfolgte die An- und Abreise mit der Bahn. Alle Personen waren in einem kostengünstigen Hostel im Zentrum von Straßburg untergebracht.
Zum Programm der Exkursion gehörten Museen, Kirchen in Straßburg und Colmar sowie das Landesarchiv in Stuttgart. Mit der dortigen Präsentation Württemberg und das Elsass: 700 Jahre gemeinsame Geschichte bot sich die Gelegenheit, quasi auf dem Weg eine perfekte Einführung in die Geschichte des Elsass zu erhalten. Unter den Exponaten waren zahlreiche Musikalien zu sehen, die von der Verbindung Stuttgarts zum Elsass (Mömpelgart / Mombeliard) zeugen, insbesondere von dem herausragenden Cembalovirtuosen Johann Jacob Froberg aus dem 17. Jahrhundert. In der Führung durch Prof. Dr. Peter Rückert (Direktor des Landesarchivs) und Prof. Dr. Joachim Kremer (Hochschule für Musik, Stuttgart) wurde die Gruppe auch damit vertraut gemacht, dass die Schale für die Siegerinnen des Tennistourniers in Wimbledon eine Kopie der preziösen Temperantia-Schale darstellt, die Herzog Friedrich I. 1585 und 1590 in Mömpelgart hatte herstellen lassen. Nach Ankunft und Quartierbelegung konnten am Abend des 8. Mai die Portalskulpturen am Straßburger Münster betrachtet werden.
Der zweite Exkursionstag galt dem Thema Musik, Musikinstrumente und Musikszenen auf Gemälden und Skulpturen. Am Vormittag wurde das Musée des Beaux Arts (Kunstmuseum) im Palais Rohan besucht, am Nachmittag das Musée des Oeuvre Notre-Dame (Frauenhausmuseum). Beide Museen bewahren zahlreiche Gemälde vom späten Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert auf, die sich für dieses Thema eignen, insbesondere in Straßburg wirkenden Malers Sebastian Stoskopff (1597-1657) und Simon Renard de St. André (1613/14-1677). Auf ihren Stillleben findet man neben Musikinstrumenten auch mehrmals Darstellungen von Notenblättern, bei denen sich die Kompositionen identifizieren lassen. Am Spätnachmittag konnte im Münster die Vesper besucht werden, bei der eine kleineVokalgruppe und die Orgel in Erscheinung traten.
Der dritte Exkursionstag führte zunächst in die Straßburger Kirche St. Thomas mit der großen Silbermannorgel, deren ordiginale Spielanlage nach der Wiederherstellung im Kirchenraum aufgestellt und museumspädagogisch beschrieben wurde. An dieser Kirche wirkte der bedeutende Arzt und Musiker Albert Schweitzer. Mit der Bahn ging es von Straßburg nach Colmar mit einem Besuch im Unterlindenmuseum. Der berühmte Isenheimer Altar zeigt auf einer Tafel eine Gruppe von Engeln mit Musikinstrumenten. Obwohl sich wiederholt Instrumentenbauer an Rekonstruktionen dieser Instrumente wagten, bleibt umstritten, ob diese Instrumente überhaupt eine Realitätsnähe aufweisen. Das Museum beherbergt auch eine kleine, aber interessante Sammlung an historischen Instrumenten, etwa eine Harfe aus dem späten 18. Jahrhundert und ein sehr gut erhaltenes Exemplar einer Glasharmonika, die 1761 von Benjamin Franklin erfunden wurde. In der Dominikanerkirche konnte noch das berühmte Schongauer-Gemälde „Maria im Rosenhag“ besichtigt werden, dessen ornamentaler Rahmen mit musizierenden Engeln ausgestattet ist. Der vierte Exkursionstag ermöglichte weitere Besichtigungen. Eine größere Gruppe besuchte das Museum für zeitgenössische Kunst. Am Nachmittag traf man sich wieder in der Kirche St. Pierre-le-Jeune, die mit Wandmalereien aus dem Mittelalter und einer Silbemannorgel ausgestattet ist. An den spätgotischen Portalen sind Musiker zu erkennen.
Sommersemester 2022: Musikerwege in Österreich und Italien
Exkursion vom 12. bis 16. September 2022 nach Österreich und Oberitalien
Unter dem Thema „Musikerwege in Österreich und Italien“ wurde eine Route entwickelt zu Orten, an denen wichtige Komponisten über längere Zeit oder auf einem Reiseweg verweilten und wirkten. Der grundlegende Gedanke sollte die Studierenden in direkten Kontakt mit den Räumen, den Notenmaterialien und Instrumenten sowie der sozio-historischen Umgebung vergangener Epochen bringen.
Zum Programm der Exkursion gehörten Museen, Kirchen, Bibliotheken und Gedenkorte. In der Hofkirche in Innsbruck sowie in den Veroneser Kirchen Sta. Maria in Organo und San Tomaso konnten die historischen Orgeln aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts besichtigt und sogar gespielt werden. Das Museum Ferdinandeum beherbergt eine beachtliche Sammlung an historischen Instrumenten, insbesondere aus regionaler Provenienz. Dazu kommt das einzige gemalte, historische Portrait des Komponisten Claudio Monteverdi. Zudem bewahrt das Ferinandeum wichtige Musikalien und Dokumente zur Musikgeschichte. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Museo della Musica in Bologna mit der Instrumentensammlung und Musikalien (Handschriften des Mittelalters sowie Drucke der Neuzeit). Diese Sammlung war zu einem großen Teil von dem Komponisten und Musiktheoretiker Giovanni Battista Martini zusammengetragen worden. Auf seiner ersten Italienreise 1770 kam auch Wolfgang Amadé Mozart nach Bologna, um bei Martini Kontrapunktunterricht zu nehmen. Er wurde dann auch Mitglied in der Accademia filarmonica. In Verona galt der Besuch dementsprechend der dortigen Accademia filarmonica, die als die älteste der Welt gilt. Sie besitzt noch aus der Gründungszeit im 16. Jahrhundert eine einzigartige Sammlung an alten Instrumenten, darunter die Trompete, die Anton Schnitzer (Nürnberg) für den berühmten Trompeter Cesare Bendinelli herstellte. Aber auch hier finden sich zahlreiche Dokumente zur Mozart-Biografie. Aus Augsburger Sicht bildet zweifelsfrei der sogenannte Vis-à-Vis Flügel von Johann Andreas Stein den kuriosen Höhepunkt der Sammlung. Stein baute dieses Instrument in seiner Augsburger Werkstatt im Jahr 1777, im gleichen Jahr also, in dem der junge Wolfgang Amadé Mozart für mehrere Wochen in der Fuggerstadt weilte.
Einen gewissen Sonderfall stellt Toblach dar, wo Gustav Mahler von 1897 bis 1910 immer wieder zu Gast war. Im dortigen Grand Hotel ist heute ein Kulturzentrum untergebracht. Wo also einst der Komponist Ruhe in der Abgeschiedenheit suchte, müsste in der modernen Zeit ein zahlreiches Publikum für den Erhalt des einzigartigen Ensembles aufkommen. Das Augustinerkloster Neustift bei Brixen war vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit regelmäßig Aufenthaltsort von Reisenden nach Italien. So kam auch der Ulmer Dominikaner Felix Fabri um 1500 dorthin, als er Station auf der Reise ins Heilige Land machte. Nirgendwo habe er den Choral besser singen hören als in Neustift. Im Domhof zu Brixen befindet sich an einer der Umgebungsmauern der Gedenkstein (1408) für Oswald von Wolkenstein. Dort ist er erstmals mit einem geschlossenen Auge dargestellt, was in der Biografie-Forschung für zahlreiche Diskussionen sorgte. Vermutlich handelte es sich um einen Geburtsfehler und nicht um eine später erlittene Verletzung. Aus aktuellem Anlass (Covid-19-Pandemie) erfolgte ein Besuch im noch erhaltenen Teil des Lazzaretto, ursprünglich vor den Mauern von Verona gelegen. Dort mussten in Pestzeiten die Reisenden eine vierzigtägige Isolation absolvieren, bevor sie in die Stadt eingelassen wurden. Die erhaltenen Dokumente zeigen, dass zwischen 1655 und 1740 zahlreiche Musiker hier zeitweise festgehalten waren.
In Mantua konnte das Ambiente einer italienischen Altstadt erlebt werden, unmittelbar neben dem Palazzo Ducale, wo einst Claudio Monteverdi wirkte und 1607 die Oper L’Orfeo erstmals zur Aufführung brachte.
Bilder © Dubowy
Sommersemester 2021: Tagesexkursionen nach Niederschönenfeld, Gabelbach und Roggenburg
Aufgrund der vom Covid-19-Virus ausgelösten Pandemie konnte keine mehrtägige Exkursion stattfinden. Als Ersatz wurden drei Tagesexkursionen durchgeführt, die sich dem Thema „Instrument des Jahres 2021: Die Orgel“ widmeten. Die Orte konnten unter Einhaltung der nötigen Hygienevorschriften aufgesucht werden. Im ehemaligen Kloster der Zisterzienserinnen in Niederschönenfeld befindet sich eine Orgel, die 1683 von Paul Prescher aus Nördlingen. Als Besonderheit wurde bei der letzten Restaurierung 2019 die ursprüngliche Situation mit zwei Spielanlagen wieder hergestellt. Während von der Vorderseite für die große Kirchengemeinde zu spielen war, diente die rückwärtige dem Gesang der Nonnen, die ihr Chorgebet auf der Empore verrichteten. Um die Bedingungen für die moderne Kirchenmusik zu optimieren, baute man auf der nördlichen Seitenempore ein zusätzliches Instrument. Ein ähnliches Konzept lag der Restaurierung der ältesten Kirchenorgel Süddeutschlands in Gabelbach zugrunde. Sie war 1609 von Marx Günzer für die Augsburger Barfüßerkirche gefertigt worden, kam aber 1756 nach Gabelbach, wo sie in den letzten Jahren ebenfalls eine Restaurierung erfuhr, bei der die historische Stimmtonhöhe und Temperierung wieder eingerichtet wurden. Damit wegen der Aufgaben zum Gemeindegesang und bei Orchestermessen an des Günzer-Instruments keine Kompromisse eingegangen werden mussten, entschloss sich die Pfarrei zum Bau einer zweiten Orgel auf der unteren Empore. Der dritte Exkursionstag führte zu einem modernen Großinstrument, das sich im historischen Gehäuse der Klosterkirche Roggenburg befindet. Die großflächige äußere Gestaltung zeigt, wozu der Orgelbau im 18. Jahrhundert fähig war. An dem Instrument mit seinen fünf Manualen und 66 Regiestern kann man Kompositionen aus allen Epochen stilgerecht darstellen.