Menstruationsartikelspender

An immer mehr Universitäten und Hochschulen Deutschlands werden kostenlose Menstruationsartikel zur Verfügung gestellt, oft als Folge des Engagements von Studierenden. Jedoch ist die Menstruation nach wie vor ein stark tabuisiertes und stigmatisiertes Thema. Dem soll mithilfe der Spender nun auch an der Universität Augsburg entgegengewirkt werden. Außerdem sollen sie den Alltag Menstruierender erleichtern. Hierbei geht es vor allem darum, Menschen, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden zu unterstützen. Verschiedene Schätzungen gehen nämlich davon aus, dass Menstruierende im Laufe ihres Lebens zwischen 7000 und 20.000 Euro für Periodenartikel ausgeben. Müssen sie sich aus finanziellen Gründen beim Einkaufen zwischen Menstruationsartikeln oder Lebensmitteln entscheiden, spricht man von Periodenarmut. Dies kann dazu führen, dass Menstruierende sich keine Hygieneprodukte kaufen können, oder diese zu selten wechseln, was wiederum zu gesundheitlichen Beschwerden wie dem toxischen Schocksyndrom führen kann. Die Zahl der Menstruierenden, die aus finanziellen Gründen das Wechseln von Tampons und Binden hinauszögern, liegt in Deutschland bei circa zwölf Prozent. Bei den unter 24-Jährigen sind es sogar 18 Prozent. Gerade darum ist es wichtig, dass zumindest öffentliche Einrichtungen kostenlose Periodenartikel zur Verfügung stellen. Dass Periodenartikel in Deutschland inzwischen auch steuerlich als Grundbedarfsartikel gewertet werden, kann als erster, wichtiger Schritt gesehen werden, um der Periodenarmut entgegenzuwirken. Statt 19 Prozent Mehrwertsteuer auf Menstruationsartikel sind es seit 2020 nur noch sieben Prozent. Dies reicht jedoch nicht aus, um die prekäre Situation vieler Menstruierender zu beenden. 


Mit den kostenlosen Tampons und Binden an der Universität Augsburg soll der Zugang zu Periodenartikeln zwar erleichtert werden, doch gleichzeitig produzieren diese sehr viel Müll. Es gibt aber einige umweltfreundlichere, da wiederverwendbare Alternativen, wie Menstruationstassen, Periodenunterwäsche oder Stoffbinden. Diese sind auf Dauer auch in der Anschaffung günstiger und schonen somit den Planeten und den eigenen Geldbeutel.

 

Die Menstruationsartikelspender sind bei den Toiletten in der Mensa (M-Gebäude), im Hörsaalzentrum (C-Gebäude) und im Gebäude der Wirtschaftswissenschaften (J-Gebäude) bei Raum J1108 angebracht.

 

 

CC BY-NC-ND
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