Sterbefälle durch Krebs

Forschungsbeschreibung

Klima-, Luft-, und Wettereinflüsse auf Sterbefälle durch Krebs

Projektstart: November 2020
Projektende: November 2021
Laufzeit: 1 Jahr
Projektträger: Intramurale Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät, Universität Augsburg
Projektverantwortung vor Ort: Patrick Olschewski, Prof. Dr. Elke Hertig

 

Der Einfluss von Wetterereignissen und Luftschadstoffen auf die Gesundheit ist in zahlreichen Studien aufgezeigt worden. So wurde zum Beispiel in der Arbeit von Hertig et al. (2019) festgestellt, dass mittelhohe bis hohe Ozonwerte mit steigenden Raten von Herzinfarkten in der Region Augsburg einhergehen. Krebserkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen. Ob aber auch diese von den Auswirkungen extremer Wetterereignisse oder schadstoffhaltiger Luft betroffen sind, war bisher kaum Gegenstand von Untersuchungen. In der klinischen Praxis fällt subjektiv immer wieder eine periodisch-zeitliche Häufung von Krebstodesfällen auf, die bisher nicht erklärt ist, was den Einfluss von Umwelteinflüssen auf den Sterbezeitpunkt möglich erscheinen lässt.

Im vorliegenden Projekt sollen daher Einflüsse klimatischer und lufthygienischer Parameter sowie der Wetter- und Witterungsverhältnisse auf Sterbefälle aufgrund von Krebserkrankungen anhand des Krebsregisters des UK Augsburg untersucht werden. Das seit dem Jahr 2000 umfassend geführte Krebsregister, das die Daten von etwa 12.000 am Klinikum behandelten Patienten pro Jahr enthält, erlaubt es, pseudonymisierte oder anonymisierte Daten unter anderem zu Diagnosen, Geschlecht und Alter der Patienten, Datum der Diagnosestellung und Sterbedatum für die letzten 20 Jahre am UK Augsburg in Hinblick auf mögliche klimatische und lufthygienische Zusammenhänge tagesgenau zu analysieren. Dieses Register, sowie die Wetter- und Luftqualitätsdaten (z. B. tägliche Messdaten meteorologischer Größen wie Lufttemperatur, Luftdruck, Luftfeuchte und Sonnenscheindauer, Luftschadstoffe wie Ozon, Stickoxide und Feinstaub) des Deutschen Wetterdienstes bzw. des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, die uns in Augsburg zur Verfügung stehen, bilden eine sehr gute Datengrundlage zur Erforschung dieser Thematik.

Es sollen unter anderem folgende Fragestellungen geklärt werden: Lassen sich Unterschiede in Bezug auf Geschlecht und Alter der Patienten feststellen? Welche Krebspatienten sind besonders anfällig gegenüber Wetter und Luftschadstoffen? Gibt es saisonale Unterschiede bei der Sterblichkeit der Patienten? Wie groß ist der Unterschied zwischen der Gesamtsterblichkeit in Augsburg und den Krebspatienten des UK bei extremen Wetter- und Luftschadstoffwerten – d.h. sind schwerkranke Menschen überproportional stark betroffen? Gibt es Tumorentitäten-abhängige Trends?

 

Projektverantwortliche:

Prof. Dr. Elke Hertig, Professur für Regionalen Klimawandel und Gesundheit, Forschungsschwerpunkt der Environmental Health Sciences, Medizinische Fakultät der Universität Augsburg

Prof. Dr. Martin Trepel, II. Medizinische Klinik bzw. Interdisziplinäres Cancer Center des Universitätsklinikums (UK) Augsburg.

 

Literatur:

Hertig, Elke, Schneider, Alexandra, Peters, Annette, von Scheidt, Wolfgang, Kuch, Bernhard, Meisinger, Christa (2019): Association of ground-level ozone, meteorological factors and weather types with daily myocardial infarction frequencies in Augsburg, Southern Germany. Atmospheric Environment, 217, 116975. https://doi.org/10.1016/j.atmosenv.2019.116975

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