Lebenslauf

Studium: Kunst- und Kulturgeschichte (Universität Augsburg):

Seit 01.2020 Mitglied der Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften.
Seit 2019 Promotionsstudium in Klassischer Archäologie, Arbeitstitel: Deponierungsprozesse in griechischen Heiligtümern (Betreuung: Prof. Dr. Natascha Sojc)
31.03.2019 Master of Arts, Schwerpunkt Klassische Archäologie mit dem Thema „Medien in der Antike - Die Botschaft kleiner Votivfiguren“
24.01.2017 Bachelor of Arts, Schwerpunkt Klassische Archäologie mit dem Thema „Stilistische Einordnung und Datierung der figürlichen Votivterrakotten aus S. Anna (Agrigent) unter Berücksichtigung des Grabungskontextes"

 

Beruflicher Werdegang:

Seit 05/2020 Grabungstechnikerin bei Archäograph GbR
04/2019 – 04/2020 Satz, Layout, Bildbearbeitung und Lektorat im archäologischen Verlag Likias Friedberg
Seit 04/2018 Tutorin, Universität Augsburg, Lehrstuhl für Klassische Archäologie
01/2016 – 07/2019

Wissenschaftliche Hilfskraft in Teilzeit, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Thierhaupten; Archäologisches Forschungsprojekt „Transalpine Mobilität und Kulturtransfer", Teilprojekt 7 „Gontia als ‚melting pot'"

Seit 08/2015 Studentische Hilfskraft, Universität Augsburg, Akragas-Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Natascha Sojc (S. Anna, Agrigent, Sizilien)
09.09.–11.10.2013 Archäologisches Praktikum, Stadtarchäologie Augsburg, Ulrichsplatz Augsburg

 

Forschung

Dissertation in Bearbeitung
Deponierungsprozesse in griechischen Heiligtümern

Antike rituelle Objekte finden sich heute für den Ausgräber oftmals innerhalb eines Heiligtumskomplexes in kleineren und größeren heterogenen Gruppen, deponiert in Gruben, auf dem Fußboden angehäuft oder ausgebreitet, in eigens dafür vorgesehenen Räumen oder abgegrenzten Bereichen, sowie untergebracht in größeren keramischen Behältern. Sie gelangten ursprünglich als Opfer- oder Votivgabe, aber auch als Kultgerät und Zubehör für rituelle Festmahle ins Heiligtum und wurden nach ihrer primären rituellen Nutzung eingelagert. Dieser Akt der Einlagerung von Objekten bildet ein allgegenwärtiges Phänomen in der griechischen Antike. Er erweckt vor allem durch die oftmals starke Fragmentierung der Objekte und die Beigabe von verbrannten Knochen, Muscheln oder anderem organischen Material, den Eindruck einer Müllbeseitigung, in der Literatur oftmals als „sacred trash“ bezeichnet. Dieser Begriff wird aber in der heutigen Forschung kritisch betrachtet, da er den
Objekten und ihrer Ablage keinen Nutzen und keine Bedeutung zuspricht. Es liegt jedoch nahe, dass auch abgelegte oder eingelagerte Objekte als permanente Erinnerung an religiöse Praktiken dienten und dadurch einen Beitrag dazu leisten, das Heiligtum als heiligen Ort über Generationen zu legitimieren.
In dieser Studie sollen die Deponierungsarten und vor allem auch die Prozesse, die damit verbunden sind, ermittelt und analysiert werden – der Begriff „Deponierung“ dient in meiner Arbeit als wertfreier Ausdruck jeglicher Art der Ablage von Objekten. Gerade die Deponierungsprozesse bilden einen großen wissenschaftlichen Wert für die Erforschung des alltäglichen Lebens innerhalb eines Heiligtumskomplexes, sowie insbesondere des Umgangs mit Weihgaben, Opferrückständen und rituellem Werkzeug. Dazu beitragend muss auch der Lebenszyklus, insbesondere die Einbettung in religiöse Praktiken, und die Transformation der einzelnen Objekte sowie ihr potentielles Wirken innerhalb der Deponierung untersucht werden.  
Für diese Untersuchungen dient das extra-urbane Heiligtum von S. Anna bei Agrigent als ideale Fallstudie. Es liegt auf einem Hügel mit Blick auf die städtischen Tempel des antiken Akragas und an einem wichtigen Knotenpunkt des antiken Straßensystems. In den 1960 Jahren haben die Grabungen unter der Leitung von Dr. Graziella Fiorentini begonnen und wurden 2014 unter der Leitung von Prof. Dr. Natascha Sojc wieder aufgenommen. Die hier gefundenen zahlreichen Deponierungen sind bereits knapp unter der Erdoberfläche in meist sehr gutem Erhaltungszustand vorhanden und oftmals in einem räumlichen sowie chronologischen Zusammenhang zu sehen. Die darin befindlichen Objekte konnten verschiedenen rituellen Kontexten – Opfergabe, Weihegabe, Festmahl – zugeordnet werden, oftmals in einer Deponierung vereint.  
Primäres Ziel der Arbeit soll sein, anhand der Befunde aus S. Anna die verschiedenen Varianten und Konstellationen von Deponierungen aufzuzeigen und die daraus abzulesenden Prozesse zu ermitteln. Erst durch die Dokumentation der Deponierungsprozesse können aussagekräftige Rückschlüsse auf die Funktion der Objekte getroffen werden, wertvolle Informationen zu ihrer Kulturbiographie und ihrem Lebenszyklus gewonnen und die rituellen Aktivitäten in ihrem vollen Ausmaß begriffen werden.

Projekte

04/2014 – 07/2014 Planung und Durchführung eines Römerfestes im Archäologischen Park Cambodunum
10/2014 – 01/2015 Teilnahme am Projekt „Berufsfelder für Historiker: ‚Wasser für Campodunum' - Experimente zur römischen Wasserversorgung in Campodunum": Experimentelle Archäologie: Untersuchung der Herstellung und Funktion einer römischen Doppelkolbendruckpumpe
04/2018 – 02/2019 Konzeption einer Sonderausstellung mit dem Thema „Sein und Schein - Schmuck in der Antike" im „Römerlager", Säulenhalle Zeughaus im Rahmen eines Projekts der Universität Augsburg
Seit 10/2019 Planung und Durchführung einer Sonderausstellung zu den Funden des Akragas-Projekts S. Anna und Mitwirkung an der Publikation eines Sammelbandes zu den bisherigen Erkenntnissen des Akragas-Projekts S. Anna

 

Akragas Projekt (N. Sojc)

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