Forschung | Europäische Regionalgeschichte
Environmental Humanities
Im Universitätsschwerpunkt Environmental Humanities ist der Lehrstuhl für Europäische Regionalgeschichte sowie Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte mit mehreren Projekten eingebunden. Die geisteswissenschaftliche, historische Perspektive auf Klima und Umwelt bietet neben den Naturwissenschaften einen weiteren Zugang auf die drängenden Zukunftsprobleme des Umgangs mit Umwelt, des Klimawandels und des Treibhauseffektes. Environmental Humanities erweitern die Naturwissenschaften um die Analyse historisch-sprachlicher Dimensionen.
- Flussgeschichten – Der Lech
- Rumänisch-schwäbische Perspektiven zu Umweltproblemen
- Geschichte der Nachhaltigkeit(en)
- Die Alpen – 150 Jahre Deutscher Alpenverein
- Moor- und Torf
- Geschichte des Klimawandels
- Umwelt und Gesundheit am Beispiel von Umweltgiften
Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg
Transnationale Wechselbeziehungen: Deutschland und Ostmitteleuropa
- Rumänisch-schwäbische Perspektiven zu Umweltproblemen
- Erinnerungskultur und Lebensläufe
- Kooperation mit dem Bukowina Institut an der Universität Augsburg
Theorien der Kulturwissenschaften
- Historische Authentizität in Denkmalschutz und Architektur - Heritage and value
- Vermittlung von Theorien der Kultur- und Geisteswissenschaften
- Theoriebildung: SIA-Signifikanten-Interaktionsanalyse
Geschichte und Museum
- Forum Musealisierung
- Museumskonzepte Krauss
Jettingen-Scheppach – Geschichte auf dem Land erzählen
Während in Städten Reflexionen der eigenen Geschichte durch Stadtführungen und Vorträge auf der Tagesordnung stehen, während anekdotenhaft mannigfaltig Historisches fast beiläufig erzählt wird, sieht es in den Gemeinden auf dem Land anders aus. Es gibt nicht ähnlich viele Führungen dort, nicht ähnlich wie im urbanen Raum werden die Anekdoten andauernd repliziert. Deswegen scheinen die Gemeinden auf dem Land einfach weniger Narrationen zu besitzen, weniger Geschichte zu verwalten als die Stadt.
Eine Anfrage von der Marktgemeinde Jettingen-Scheppach durch die VHS- und Bibliotheksleiterin Sara Keller sowie dem jetzigen Bürgermeister von Jettingen-Scheppach Christian Weng führte zu einem Forschungsprojekt, das sich schlichtweg die Frage stellte: Wie lässt sich Geschichte und Geschichten auf dem Land in Bayerisch-Schwaben erzählen? Dr. Christian Schaller und Prof. Dr. Stefan Lindl arbeiteten zusammen mit Studentinnen und Studenten über drei Semester hinweg an einem digitalen Format der Gemeindechronik. Meist liegen solche Chroniken in Buchform vor, oft entstehen sie anlässlich der Gründungsfeierlichkeiten der Gemeinden.
Aus dieser Frage „Wie lässt sich Geschichte erzählen?“ entstanden auf der Grundlage von wissenschaftlichen Arbeiten, Interviews und Ortsbegehungen bislang vier Story-Maps. Sie haben das Potential Grundstein für eine noch größere Aufarbeitung zu sein. Darin kommen Zeitzeugen zu Wort in einer Marktgemeinde, die sich mit ihren Geschichten nicht hinter urbanen Räumen verstecken muss. Jettingen-Scheppach, das ist viel mehr als Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Dominikus Böhm, sowie sein Sohn Gottfried, beide Architekten, die mit ihren Bauwerken das 20. Jahrhundert geprägt haben. Torfwirtschaft, Musik, die Habsburger, spätgotische Fresken und barocke Schätze offenbaren sich, wenn auf diese Landgemeinde geblickt wird. Dabei kommen persönliche Geschichten zum Vorschein, die auf einer sehr eindrücklichen und emotionalen Ebene die Zeitläufte repräsentieren. Sie verdichten sich überall, ob in den Städten oder im Mindeltal in Bayerisch-Schwaben.