Schwerpunkt: Geographische Klimabildung

Kurzbeschreibung:


Klimabildung ist ein wichtiges Anliegen des Geographieunterrichts und ein bedeutsamer Gegenstand geographiedidaktischer Forschung. Im deutschsprachigen Raum greifen die Lehrpläne für die geographische Bildung bereits umfassend klimarelevante Inhalte auf , etwa die physisch-geographischen Grundlagen des Klimasystems, natürliche und anthropogene Ursachen des Klimawandels und dessen Folgen für Mensch und Natur, Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels und zur Anpassung an den Klimawandel, aber auch Zielkonflikte einer nachhaltigen Entwicklung im Kontext des Klimawandels. Durch die Integration natur- und gesellschaftswissenschaftlicher Betrachtungen werden im Geographieunterricht fundierte Analysen raumwirksamer Mensch-Umwelt-Beziehungen und eine Beschäftigung mit zielführenden Handlungsansätzen im Kontext des Klimawandels möglich.

 

Am Lehrstuhl beschäftigen wir uns u.a. mit den Potenzialen und Gelingensbedingungen Forschenden Lernens in der Klimabildung, wobei die Forschungsmethodologie Design-based Research und qualitativen sowie quantitative empirische Forschungszugänge zum Einsatz kommen. Dabei geht es uns zum Beispiel um die Frage, wie Schülerinnen und Schüler durch die intensive forschende Auseinandersetzung mit den vielfältigen Implikationen des Klimawandels in der eigenen Region nicht nur ein vertieftes Fachwissen, sondern auch ein größeres Interesse für den Klimawandel aufbauen können und wie ihr Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung gestärkt werden kann.

 

Hierdurch ist u.a. eine umfassende Unterrichtskonzeption für ein wissenschaftspropädeutisches Seminar für die gymnasiale Oberstufe („W-Seminar“) entstanden, zu der wir regelmäßig Lehrkräftefortbildungen anbieten und die in Form einer Praxishandreichung zur Verfügung steht (Link zur Praxishandreichung) . Dies wurde durch die finanzielle Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Bayerischen Klimaforschungsnetzwerks  Bayklif im  Teilprojekt 8 des interdisziplinären Verbundprojekts  baysics möglich.

 

Enge Bezüge bestehen hierbei zu unseren Forschungsfeldern BNE / Transformatives Lernen und Design-based Research.


Mit diesem Forschungsschwerpunkt bringt sich der Lehrstuhl auch ins Zentrum für Klimaresilienz (ZfK) der Universität Augsburg ein, in dem Prof. Dr. Ulrike Ohl Mitglied ist.

 

Ansprechpartner/innen:
Ulrike Ohl,  Johannes Schulz 

 

Laufende Dissertationen

Johannes Schulz: „Klimawandelbildung durch Forschendes Lernen im Geographieunterricht als handlungsorientierte Antwort auf die globale Krise“ (Arbeitstitel) (Betreuung: Ulrike Ohl, Fabian Pettig)

Abgeschlossene Dissertationen

Sabine Lämmer (2026): „Fake News zum Klimawandel aus geographiedidaktischer Perspektive: Forschungsstand, Vorstellungen und Evaluationsprozesse von Grundschüler:innen“ (Begutachtung: Ulrike Ohl, Ann-Kathrin Lindau) 

 

Sebastian Brumann (2025): „Geographisches Forschendes Lernen zu regionalen Implikationen des Klimawandels im wissenschaftspropädeutischen Seminar der gymnasialen Oberstufe“ (Begutachtung: Ulrike Ohl, Arne Dittmer, Henrike Rau)


Isabel Hörmann (2018): "Fehlvorstellungen zum Thema Ozon vermeiden – eine Design-based Research-Studie unter besonderer Berücksichtigung der methodischen Großform des Experiments und motivationaler Perspektiven" (Begutachtung: Ulrike Ohl, Ingrid Hemmer, Thomas Schneider)

BAYSICS - Bayr. Synthese-Informations-Citizen Science Portal für Klimaforschung u. Wissenschaftskommunikation (Teilprojekt 8)

Ansprechpartner/innen:

Ulrike Ohl, Johannes Schulz

 

Kurzbeschreibung:

Weitreichende Folgen des Klimawandels machen umfangreiche Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen in Bayern notwendig, die in demokratischen Gesellschaften nur dann erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden, wenn diese von Bürgern als legitim, akzeptabel und machbar angesehen werden. Unter dem Motto „Wissen vermitteln – Wahrnehmung fördern – Komplexität kommunizieren“ werden in einem Citizen Science Ansatz über das neuartige BAYSICS-Portal ausgewählte Akteursgruppen (z.B. Erholungssuchende, Pollenallergiker, naturinteressierte Bürger, Schüler) gezielt angesprochen, für die der Klimawandel durch eigene Beobachtungen in ihrem konkreten Umfeld erlebbar gemacht wird. Empirische, experimentelle und theoretische Forschungsansätze aus Naturwissenschaften, Fachdidaktik und Umweltsoziologie ermöglichen attraktive Angebote für die Nutzergruppen und gleichzeitig die Generierung von relevantem Wissen zu Klimafolgen, -anpassung und -schutz mit modernen Medien des Crowdsourcing.

 

Teilprojekt 8: Ein lokaler Klimareport für unsere Region – Schülerinnen und Schüler erforschen den lokalen Klimawandel

Im Teilprojekt 8 erhalten Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe die Gelegenheit, das globale Phänomen Klimawandel und seine Bedeutung für die eigene Lebenswelt vor der eigenen Haustür zu erforschen. Sie erlernen unterschiedlichste Forschungsmethoden wie zum Beispiel Klimamessungen mit wissenschaftlichen Instrumenten im Gelände, die Dokumentation und Auswertung von phänologischen oder biogeographischen Beobachtungen, oder sozialgeographische Datenerhebungen mit Fragebögen oder Interviews. Diese Methoden wenden sie in ihrer Region an und gelangen hierdurch zu spannenden Erkenntnissen zu den Implikationen des Klimawandels im eigenen Lebensumfeld. Dazu entsteht ab Mai 2018 am Lehrstuhl für Didaktik der Geographie der Universität Augsburg in Kooperation mit mehreren bayerischen Gymnasien ein umfassendes didaktisches Konzept nach dem Ansatz des „Forschenden Lernens“. Lernende werden also, anstatt lediglich Adressaten von Wissensvermittlung zu sein, ganz im Sinne der Citizen Science direkt an Forschung und Erkenntnisgewinnung beteiligt. Die kritische Auseinandersetzung im Seminar soll den Schülerinnen und Schülern eine differenzierte Urteils- und Handlungsfähigkeit im Zusammenhang mit dem Klimawandel ermöglichen. Davon können letztlich auch Politik und Wissenschaft profitieren, denn Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen erweisen sich meist nur dann als umsetzbar, wenn sie von Bürgerinnen und Bürgern als legitim und sinnvoll angesehen werden. Durch von Schülern mitgestaltete „lokale Klimareports“ und regionale Bürgerkonferenzen kann es darüber hinaus gelingen, den Austausch über den Klimawandel in der eigenen Region in die Mitte der bayerischen Bevölkerung zu tragen. Nicht zuletzt leisten die Klimaseminare an den Schulen mit den dort gesammelten Daten auch einen Beitrag zur Citizen Science Plattform und damit zur Erforschung des Klimawandels in Bayern.

 

Förderer:

 

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Weitere Informationen:

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