Atmospheric Exposure Monitoring Network (AEMN)

Paul Gaebel

Das Messsystem des Lehrstuhls für Regionalen Klimawandel und Gesundheit setzt sich aus einer stationären Luft- und Klimamessstation, die ihren Standort auf dem Gelände des Universitätsklinikums hat, und mobilen low-cost Messsensoren zusammen. Die daraus gewonnenen lufthygienischen und klimatischen Daten ermöglichen eine Vielzahl von Forschungsansätzen, welche den Einfluss von Umweltveränderungen auf die Gesundheit untersuchen.

Atmospheric Exposure Monitoring Station (AEMS)

Luft- und Klimamessstation der Professur für Regionalen Klimawandel und Gesundheit, Medizinische Fakultät der Universität Augsburg

Der Forschungsschwerpunkt Umwelt und Gesundheit der Universitätsmedizin Augsburg nimmt positive und negative Einflüsse der Umwelt auf die Gesundheit in den Blick. Großes Gewicht erhält diese Forschung auch durch den Klimawandel, der zu starken Veränderungen in der Umwelt führt, die sich direkt auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken. Umweltfaktoren spielen eine Rolle für eine Reihe von Erkrankungen wie zum Beispiel Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Die lufthygienischen und klimatischen Informationen auf regionaler und lokaler Skala werden mit Beobachtungen aus der klinischen Krankenversorgung verknüpft, um Diagnose und Therapie von Krankheiten sowie Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge weiterzuentwickeln.

Mithilfe dieser Station gemessene Luft- und Klimadaten:

Luftinhaltsstoffe:
Ozon (O3), Stickoxide (NO, NO2, NOx), Kohlenstoffmonoxid (CO), Feinstaub (Particulate Matter PM1, PM2,5, PM4, PM10, PMtot).

Meteorologische Variablen:
Lufttemperatur, relative Feuchte, Niederschlagsintensität, Niederschlagsart, Niederschlagsmenge, Luftdruck, Windrichtung und Windgeschwindigkeit.

Atmospheric Exposure low cost Monitoring (AELCM)

Die Analyse der Beziehungen zwischen Klima, Luftinhaltsstoffen und Gesundheit konzentrieren sich gewöhnlicherweise auf urbane Umgebungen auf Grund von erhöhten, innerstädtischen Temperaturen, dem höheren Luftverschmutzungsgrad und der höheren Anzahl exponierter Menschen, die diesen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, verglichen zu ländlichen Arealen. Die fortlaufende Urbanisierung, die demographische Alterung und der Klimawandel führen zu einer erhöhten Vulnerabilität, vermittelt durch klimatische Extrema und Luftverschmutzung. Es ist anzuführen, dass systematische Analysen spezifischer lokaler Charakteristika der gesundheitsrelevanten atmosphärischen Bedingungen und der Luftzusammensetzung in städtischen Umgebungen immer noch sehr selten sind, auf Grund des Mangels von hochaufgelösten Beobachtungsnetzwerken. In den letzten Jahren wurden kostengünstige Sensoren entwickelt, welche potentiell die Möglichkeit eröffnen, atmosphärische Gegebenheiten unter hoher räumlicher Auflösung zu ermitteln und diese an Standorten von exponierten Bevölkerungsanteilen zu überwachen.

 

Messbox Atmospheric Exposure Low-Cost Monitoring  (AELCM)

Kostengünstiges Material bildet die Grundlage unserer leicht zusammensetzbaren AELCM-Box, welche unsere ausgewählten Sensoren vor schädlichen Umwelteinflüssen schützt. Die Maße der aus ABS bestehenden Box sind 24x24x24cm. Wir nutzen eine aktive Ventilierung, um die Sensoren mit Umgebungsluft zu versorgen. Ein Luftpolster zwischen der Außenwand und der Messkammer schützt die Sensoren vor Erwärmung durch Sonneneinstrahlung. Die Sensoren werden modular in Einsteckkarten eingesetzt, um im Fall einer Fehlfunktion eine einfache und schnelle Reparatur zu ermöglichen und um bei mobilen Messkampagnen zusätzliche Stabilität und Verlässlichkeit zu gewährleisten. Die Messbox kann sowohl über Netzstrom oder mehrere Tage über die eingebauten Akkus betrieben werden, die nahtlos übernehmen, falls der Netzstrom ausfällt. Die Datenübertragung zu unserem Server erfolgt in Echtzeit über ein LTE-M-Kommunikationsmodul.

 

Weitere Infos finden Sie hier.

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