Laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte

Abgeschlossenes Habilitationsprojekt

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PD Dr. Mathias Franc Kluge, M.A.

Habilitationsprojekt: Verschuldete Könige. Geld, Politik und die Kammer des Reiches im 15. Jahrhundert

erfolgreich abgeschlossen, Druck in Vorbereitung als Verschuldete Könige. Geld, Politik und die Kammer des Reiches im 15. Jahrhundert, (= MGH Schriften, Bd. 77), Harrassowitz Verlag, Wiesbaden vorauss. 2020.

 

Projektbeschreibung: The project "Indebted Kings: Money, Politics and the Treasury of the Kingdom" researches the functionality and impact of operating with credit (monetary loans) in the context of the political hierarchy of the 15th century. The starting point is the emergence of new political mechanisms which allowed financial needs to grow far beyond the supply of money available. They made the 15th century the century of indebted kings. Europe’s crowns were acquired with loans and pledged to secure loans. The city, together with its merchants and Jews, became the new setting and enabler for a form of monarchical policy whose functionality was significantly dependent on credit relationships. As a result, the kingdom’s treasury played a central role. Unlike previous research which was undertaken with respect to economic and administrative history and aimed to see how successfully the kingdom operated based on debt and credit, the cultural history research study is more function and effect oriented. The aim is to find out the role money played in the everyday politics of the kingdom by examining the political and functional mechanisms of cash requirement and the use of both, metallic money and credit. By doing so, the stories of those who needed money or lost it under political pressure are brought to attention. The project illuminates the dark side of the financially demanding politics of kingdoms, not by researching the handling of money from economic principles, but by instead determining the context of political and ceremonials purposes. Instead of focusing on the balance sheet, we will look at how the money necessary for the kingdom’s rising expenses was procured through a credit network which relied heavily on the public and Jews. This meant money was attained by any means possible, including forced loans and credit that did not have the slightest chance of ever being paid back. Therefore, the question of why the monarchy seemed to possess almost unlimited creditworthiness is one that needs to be clarified.

Laufende Promotionsprojekte

© Universität Augsburg

Armin Bergmann, M.A.

Doktorvater: Prof. Dr. Thomas Krüger

Promotionsprojekt: Kirchenpolitisches Martyrium im 15. Jahrhundert

 

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Florian Dörschel, M.A.

Doktorvater: Prof. Dr. Martin Kaufhold

Promotionsprojekt: Rittertum und Gewalt: Formen und Funktionen physischer Gewalt im Selbstverständnis deutscher Ritter im ausgehenden Mittelalter

 

Projektbeschreibung: Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der kriegerischen Seite des deutschen Rittertums im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. Das Rittertum ist nicht nur von Interesse, um das Selbstverständnis einer mit fortschreitendem Mittelalter zunehmend kleineren Gruppe zum Ritter geschlagener Männer zu untersuchen. Über den Rittertitel hinaus entwickelte es eine ungeheure Strahlkraft. Im Spätmittelalter schloss das nicht nur einen eigenen Gesellschaftsstand, den Niederadel bzw. den Ritterstand, ein. Ritterliche Normen prägten vom Kaiser bis hin zum einfachen Bürger die mittelalterlichen Gesellschaften. Diese ritterliche Kultur drückte sich insbesondere durch das Selbstverständnis, Krieger zu sein, aus. Nicht am Rand, sondern im Mittelpunkt sozialen, militärischen und politischen Lebens diente physische Gewalt zwar auch als Machtinstrument, jedoch auch der Repräsentation und der Kommunikation. Anders als bislang in der Forschung geschehen, nähert sich das Projekt dem Phänomen in erster Linie nicht über die Höfische Literatur, sondern mittels Quellen vor allem biographischer und autobiographischer Natur an. Neben Hochadligen wie Kaiser Maximilian I. spielen dabei insbesondere Niederadlige wie Götz von Berlichingen und Wilwolt von Schaumberg eine Rolle. 

 

Rittertum • Spätmittelalter • Gewalt • Adel • Selbstzeugnisse

 

Gefördert durch die ‚Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk‘

Förderzeitraum: 2016 bis 2020 (ein Jahr Sistierung)

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Rebekka Gampel, M.A.

Doktorvater: Prof. Dr. Thomas Krüger

Promotionsprojekt: Bischof Burkhart von Ellerbach (1373-1404)

 

© Universität Augsburg

Johannes Kroh, M.A.

Doktorvater: Prof. Dr. Thomas Krüger

Promotionsprojekt: Diskurse um Kulturen, Wissen und Erinnerungen im spätkarolingischen Rom (858-882)

 

Projektbeschreibung: Die Konflikte mit den verschiedenen karolingischen Teilreichen Westeuropas, Mährern und Bulgaren auf dem Balkan, dem Byzantinischen Reich im Osten und den fragmentierten Herrschaften Süditaliens förderten die Reinterpretation alter, die Nutzung wiedergefundener (teils gefälschter, teils authentischer) sowie die Niederschrift neuer Texte im hegemonialen Diskurs um die Ordnung der Welt, das korrekte Verständnis des christlichen Glaubens und die Bedeutung gemeinsamer Vergangenheiten und Geschichtsbilder.

 

Rom; Stadt • Kulturgeschichte • Diskurse und Konflike • Photianisches Schisma • Byzanz; Ostrom

 

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Philipp Müller-Augustin, M.A.

Doktorvater: Prof. Dr. Martin Kaufhold

Promotionsprojekt: Im Schatten der Krone. Familiale Rollenkonflikte und der persönliche Preis dynastischer Königsherrschaft im spätmittelalterlichen England

 

Projektbeschreibung: Was bedeutete es, im spätmittelalterlichen England mit dem König verwandt zu sein? Im adligen Ranggefüge nahmen Blutsverwandte des Königs eine besondere Funktionsrolle ein. Im internen Familiengefüge mussten sie jedoch in der Regel zurückstecken. Das Leben im Schatten der Krone forderte von Nachgeborenen Anpassung, Unterordnung und Verzicht. Auf einer persönlichen Ebene führt das nicht selten zu Enttäuschung, Frustration und Wut. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen königlichen Verwandten durchziehen die Geschichte Englands im Spätmittelalter. Die hierarchisch abgestufte, dynastische Rangordnung zwängte alle Angehörigen der Königsfamilie in ein starres, geschlechtsspezifisches und normatives Rollen-Korsett. Nicht immer erwiesen sich die angeborenen Rollen als glücklich. Das dynastische Prinzip kannte auch Verlierer/innen. Die Studie fragt nach persönlichem Opfer, aber auch nach Chancen, die für Einzelne mit diesem Schicksal verbunden waren. Sie fragt auch, ob und inwieweit alternative Lebensentwürfe abseits des Hofs möglich waren. Wie stabil, wie krisenanfällig war diese Ordnung, in der Sollbruchstellen des Dynastischen und verwandtschaftliche Konflikte unausweichlich waren?

 

Politische Kulturgeschichte • Plantagenet; Dynastie (1154–1485) • Soziale Identität des Hochadels • Dynastische Ordnung • Familiale Rollenkonflikte

 

 

© Universität Augsburg

Jakob Rasch, M.A.

Doktorvater: Prof. Dr. Thomas Krüger

Promotionsprojekt: Der Augsburger Dom als soziales, wirtschaftliches und religiöses Zentrum im Spätmittelalter

 

Projektbeschreibung: Ein zentraler Aspekt der Religiosität im Mittelalter drückte sich durch das Bewahren von Erinnerung aus. Zentrale und beständige Orte waren für die Pflege des Andenkens und des Seelenheils in einer Zeit der Unbeständigkeit und der Allgegenwärtigkeit des Todes von großer Bedeutung. Unter diesen Orten ist in Augsburg der Dom herausragend, der nicht nur ein religiöses, sondern auch ein soziales undwirtschaftliches Zentrum bildete. Anhand der Aufarbeitung und Einbeziehung mehrerer Urkundenbestände werden im vorliegenden Projekt der Dom und die mit ihm verbundenen Menschen im Spätmittelalter betrachtet. Von Interesse ist dabei insbesondere das religiöse Leben, das sich in diesem Gotteshaus vor allem um die mehr als 40 Nebenaltäre herum abspielte. In diesem Zusammenhang wird ein starker Fokus auf dem bis heute unbeachteten nachrangigen Domklerus liegen, der im Spätmittelalter viele Aufgaben der adligen Domherren übernahm. In sozialer Hinsicht müssen ebenso im 15. Jahrhundert neu aufgetretene Phänomene wie Bruderschaften, aber auch die durch Stiftungen entstandenen Beziehungsgeflechte Beachtung finden. Neue Erkenntnisse stehen insbesondere bezüglich der Finanzierung des Domklerus in Aussicht.

 

Regestenwerk • Augsburger Dom • Stiftungen • Benefizien • Bruderschaften

 

 

(C) Waldmann & Weinold Kommunikationsdesign, Augsburg, 2018

Andreas Schießler, M.A.

Doktorvater: Prof. Dr. Martin Kaufhold

Promotionsprojekt: Reform und Visitation im spätmittelalterlichen Bistum Eichstätt unter der besonderen Berücksichtigung der Visitation des Chorherrn Johannes Vogt von 1480

 

(C) Waldmann & Weinold Kommunikationsdesign, Augsburg, 2018

Philipp Werner

Doktorvater: Prof. Dr. Martin Kaufhold

Promotionsprojekt: Augsburg und Venedig im 15. Jahrhundert. Waren, Wissen, Menschen –  Transalpine Beziehungen im Spätmittelalter

 

Gefördert durch die ‚Hanns-Seidel-Stiftung e.V.‘

Förderzeitraum: seit 2020

Abgeschlossene Promotionsprojekte

Florian A. Dorn

Vom „Gries“ bis zum „Schwall“ – religiöse Frauengemeinschaften in Augsburg vor und nach ihrer Eingliederung in den Dominikanerorden. Regesten 1239-1499

erfolgreich verteidigt, Druck in Vorbereitung

 

Manuel Widmann

˜Dieœ Entwicklung der Tiroler Verkehrswege im Mittelalter

Augsburg 2019

 

Daniela Kah

Die wahrhaft königliche Stadt. Das Reich in den Reichsstädten Augsburg, Nürnberg und Lübeck im Späten Mittelalter

Leiden 2017

 

Dieter Voigt

Die Erschließung der Augsburger Baumeisterbücher für das 14. Jahrhundert

Augsburg 2017

 

Andreas Willershausen

Die Päpste von Avignon und der Hundertjährige Krieg. Spätmittelalterliche Diplomatie und kuriale Verhandlungsnormen (1337-1378)

Berlin 2014

 

Mathias Franc Kluge

Die Macht des Gedächtnisses: Entstehung und Wandel kommunaler Schriftkultur im spätmittelalterlichen Augsburg

Leiden 2014

 

Sebastian Tobias Zanke

Johannes XXII., Avignon und Europa. Das politische Papsttum im Spiegel der kurialen Register (1316-1334)

Leiden 2013

 

Julius Leonhard

Genua und die päpstliche Kurie in Avignon (1305-1378)

Frankfurt am Main 2013

 

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