Der Augsburger Mittelalter-Podcast

Von Chlodwig bis Columbus – Mehr als Fakten aus finsteren Zeiten

Die Vorlesung in der Mittelalterlichen Geschichte wird Ihnen im Wintersemester 2020/2021 in Form von ca. 30-minütigen Podcast-Folgen angeboten. Prof. Dr. Martin Kaufhold und PD Dr. Mathias Kluge sprechen dabei im Dialog über zentrale Themen und Ereignisse aus der Mittelalterlichen Geschichte „von Chlodwig bis Columbus“ und präsentieren Ihnen „mehr als Fakten aus finsteren Zeiten“.

 

Studierende, die über Digicampus in die Veranstaltung Vorlesung: Von Chlodwig bis Columbus – Mehr als Fakten aus finsteren Zeiten eingetragen sind, finden den Podcast als verlinkte Webdatei im Dateiordner der jeweiligen Sitzung. Eine Anmeldung mit gültiger RZ-Kennung sowie eine Teilnahme/Eintragung an der LV sind dabei notwendig (Hinweis: Sie werden bei Klick auf "Download" auf YouTube weitergeleitet).

Alternativ sind alle Podcast-Folgen auch direkt hier auf unserer Webseite frei zugänglich. Hören Sie doch gleich einmal rein …

12. Oktober 1492: Christopher Columbus und seine Mannschaft erreichen Amerika

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Die Reise von Christoph Columbus nach Amerika eröffnet eine entscheidende Ausweitung des europäischen Horizontes. Columbus selber stand noch weitgehend in der Tradition des späten Mittelalters, und er war bis zu seinem Tod überzeugt, einen Seeweg nach Asien entdeckt zu haben. Doch seine Reise öffnete eine Tür für nachfolgende Entdecker, Abenteurer und Eroberer.  Sie erschlossen und eroberten die Küsten und das Landesinnere von Mittel- und Südamerika für die europäische Herrschaft und die Ausbeutung des Kontinents. Columbus stand auf der Schwelle zwischen dem lückenhaften spätmittelalterlichen Wissen von der Welt und der rücksichtslosen Aneignung durch die frühneuzeitlichen Konquistadoren


Unser Literaturtipp

Chrsitoph Columbus, Das Bordbuch: Leben und Fahrten des Entdeckers der Neuen Welt 1492, Edition Erdmann, Wiesbaden 2013, 2. Aufl. 2017.

Um 1450: Johannes Gutenberg beginnt den Buchdruck mit beweglichen Lettern

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Der Buchdruck mit beweglichen Lettern erlaubte die Vervielfachung von Textvorlagen mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit, als dies selbst spezialisierten Schreibern möglich war. Dabei erzielten die Druckwerkstätten eine sehr gute Qualität. Auf diese Weise ermöglichte der Buchdruck eine schnellere und kostengünstigere Verbreitung des geschriebenen Wortes, wobei sich die Texte durch die Art ihrer Vervielfältigung allmählich an einheitliche Standards annäherten. Der Buchdruck machte ganze Wissensbereiche, die in der handschriftlichen Überlieferung des Mittelalters Spezialisten vorbehalten waren, einer größeren Öffentlichkeit zugänglich. Quellentechnisch endete mit diesem Einschnitt das Mittelalter.


Unser Literaturtipp

Stephan Füssel, Johannes Gutenberg (Rowohlts Monographien 50610) Reinbek bei Hamburg 1999, 4. Aufl. 2007.

1429: Jeanne d’Arc trifft auf Karl (VII.)

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Im Februar 1429 befand sich die französische Krone in einer schweren Krise. Die Gegner schienen übermächtig und der Thronfolger Karl (VII.) hatte nach dem Tod seines Vaters auf die Krone verzichten müssen. Da suchte ihn ein junges Mädchen auf, das von der Mission erfüllt war, den Thronfolger zur Königskrönung zu führen und dem Kampf gegen die Gegner der Krone neuen Elan zu verleihen. Dies gelang ihr und bevor Johanna 1431 einem politischen Inquisitionsprozess zum Opfer fiel, war das französische Königtum wieder zu einer eigenständigen Kraft geworden, die schließlich die englischen Truppen wieder aus Frankreich vertreiben konnte.


Unser Literaturtipp

Georges Duby / Andrée Duby, Die Prozesse der Jeanne d’Arc (Les procès de Jeanne d'Arc) (Wagenbachs Taschenbuch 129), Berlin 1985.

1378: Das Große Abendländische Schisma

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Der Ausbruch des Großen Schismas 1378 ließ die inneren Spannungen der lateinischen Christenheit nach dem gut 70-jährigen „Exil“ in Avignon deutlich hervortreten. Die Kirchenspaltung blieb kein kurzlebiger Unfall, sondern verfestigte sich entlang der politischen Konfliktlinien in Europa. Zwar blieb das Einheitsideal der Kirche und der Führungsanspruch der Päpste erhalten, doch war für die Zeitgenossen unübersehbar, dass es während des fast 40-jährigen Schismas mehrere Päpste zur gleichen Zeit gegeben hatte, die jeweils die Rechtmäßigkeit ihrer Position behaupteten – und die Kirche konnte für dieses Problem lange Zeit keine Lösung finden. Es trat ein Gewöhnungseffekt ein, und nicht jeder Zeitgenosse litt unter der Situation. Das Schisma wurde erst durch das Konzil von Konstanz mit der Wahl Martins V. zum allgemein anerkannten Papst überwunden.


Unser Literaturtipp

Heribert Müller, Die kirchliche Krise des Spätmittelalters. Schisma, Konziliarismus und Konzilien (Enzyklopädie deutscher Geschichte 90), München 2012.

1348: Die Pest kommt nach Europa

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Zwischen 1348 und ca. 1351 fielen ca. 30 % der europäischen Bevölkerung der Pest zum Opfer. Die Krankheit kam aus Asien und breitete sich entlang der Handelswege schnell aus. Eine medizinische Therapie gab es nicht. Bis weit in das 15. Jahrhundert hinein suchte die Pest nun in regelmäßigen Abständen die Menschen heim und tötete häufig die Jungen, die noch keine Pestwelle erlebt und keine Abwehrkräfte entwickelt hatten. Die Pest trug erheblich zum krisenhaften Gepräge des späten Mittelalters bei. Allerdings zwang der enorme Verlust an Menschen auch zu einer neuen sozialen Organisation, die es erlaubte, die Verluste aufzufangen. So spricht manches dafür, dass die Krise der Pest die technischen und sozialen Innovationen der Frühen Neuzeit mit vorbereitete.

Unser Literaturtipp

Klaus Bergdolt, Der Schwarze Tod in Europa: die Große Pest und das Ende des Mittelalters, 4. Auflage, München 2017.

1346: Die Schlacht von Crécy

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Nachdem der englische König Edward III. 1340 aufgrund seines Erbrechts den französischen Thron beanspruchte, war die englische Strategie zunächst weniger erfolgreich. Der König hatte auf Verbündete gesetzt, die er mit viel Geld bezahlte. Der Feldzug von 1346 markierte einen Strategiewechsel. Nun führte der König den Kampf mit englischen Truppen, und durch den deutlichen Sieg über die französischen Ritter bei Crécy erhielt sein Anspruch politischen Nachdruck. Der militärische Erfolg erhöhte die Akzeptanz in England, wo man dem Feldzug anfangs skeptisch gegenübergestanden hatte.

Unser Literaturtipp

Joachim Ehlers, Der Hundertjährige Krieg, 2., durchges. Auflage, München, 2012.

7. September 1303: Das Attentat von Anagni

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Der Konflikt zwischen den Herrschaftsansprüchen des Papsttums und der Selbstbehauptung der königlichen Macht erreichte in der Amtszeit von Bonifaz VIII. einen Höhepunkt. Mit aller Schärfe forderte Bonifaz VIII. all jene Autorität ein, die in der kirchlichen Tradition bislang eher vage formuliert worden war. Dieser päpstliche Führungsanspruch in der christlichen Welt erhielt durch den Handstreich von Anagni, bei dem Männer des französischen Königs gemeinsam mit italienischen Feinden Bonifaz’ VIII. den Papst überfielen und für kurze Zeit gefangensetzten, eine scharfe und nachhaltige Zurückweisung. Im 14. Jahrhundert geriet das Papsttum in Avignon unter den starken Einfluß der französischen Krone.

Unser Literaturtipp

Kaspar Elm, Das Attentat von Anagni. Der Überfall auf Papst Bonifaz VIII. am 7. September 1303, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, Köln 1996, S. 91–105.

1272–1295: Die Reisen Marco Polos

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Die Reisen der Polos in Asien sind ein bedeutendes Zeugnis europäischer Kontakte mit Asien. Diese Kontakte setzten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein und veränderten die Weltsicht der lateinischen Christenheit. Die Rolle der katholischen Christen in der Welt war geringer als erhofft. Militärische Herausforderungen außerhalb Europas überforderten die Kräfte, was sich in der Kreuzzugsgeschichte zeigte.

Unser Literaturtipp

Jürgen Sarnowsky, Die Erkundung der Welt. Die großen Entdeckungsreisen von Marco Polo bis Humboldt, München 2015, S. 15–42.

1245: Die Absetzung Friedrichs II. auf dem Konzil von Lyon

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Mit der Absetzung von Kaiser Friedrich II. beanspruchte Papst Innozenz IV. die hierarchische Überordnung über das kaiserliche Amt. Ein publizistischer Kampf um die Ordnung der Welt war die Folge. Die politischen Folgen des Urteils waren überschaubar. Die Übernahme des Absetzungsurteils in das kirchliche Recht (Liber Sextus) führte zu einer weiten Verbreitung der Urteilsbegründung, die in der Folgezeit bei verschiedenen Herrscherabsetzungen ein Modell vorgab.

Unser Literaturtipp

Ernst H. Kantorowicz, Kaiser Friedrich der Zweite: Hauptband, Nachdruck (3. Edition), Stuttgart 2010.

1229: Die Anfänge der Inquisition

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: In den 1220er Jahren wurde im Süden Frankreichs, im Languedoc, ein neues kirchliches Untersuchungsverfahren eingeführt, mit dem ohne vorherige Anklage eine Untersuchung der Rechtgläubigkeit der Bewohner einzelner Regionen möglich wurde. Die Untersuchung – Inquisition – wurde von bestellten Inquisitoren, meist Dominikanermönchen, nach einem festen Fragenkatalog durchgeführt und protokolliert. Im Laufe der Zeit kamen verschiedene Zwangsmittel (Folter) bei der Befragung hinzu. Das Strafmaß reichte von einfachen Bußübungen bis hin zur Todesstrafe – dabei wurde die Häresie als Hochverrat gegen die göttliche Majestät (crimen laesae majestatis) behandelt. Damit trat die Inquisition als aktive Verfolgung Andersgläubiger in die Geschichte ein. Der mittelalterliche Start war noch verhalten, aber sie sollte noch eine lange Geschichte vor sich haben.

Unser Literaturtipp

Jörg Oberste, Ketzerei und Inquisition im Mittelalter, Darmstadt 2007.

1215: Die Magna Carta

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Die Magna Carta ging aus einer konkreten Krise der englischen Königsmacht nach dem definitiven Verlust der Festlandsbesitzungen in der Schlacht von Bouvines hervor. Aber sie wies in ihrem Text deutlich über die Situation hinaus. In ihr trat die Gemeinschaft des Königreichs (comunitas regni) erstmals als eine handelnde Größe im Namen der freien Untertanen des Königs auf. Die Magna Carta formulierte ein Widerstandsrecht für den Fall eines königlichen Rechtsbruchs und sie garantierte jedem Freien, dass er ohne ein ordentliches Verfahren nach den Gesetzen des Landes nicht inhaftiert werden dürfe – der "Habeas Corpus"-Artikel.

Unser Literaturtipp

David Carpenter (Hrsg.), Magna Carta. Translated with a new commentary by David Carpenter, London 2015.

27. Juli 1214: Der Sonntag von Bouvines

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Der Sieg des französischen Königs Philipp II. in der Schlacht von Bouvines führte auf drei wichtigen Politikfeldern eine Entscheidung herbei: Er beendete die Hoffnungen des englischen Königs auf eine Rückgewinnung der verlorenen Festlandbesitzungen. Er etablierte die Vormachtstellung der französischen Krone gegenüber den mächtigen eigenen Vasallen. Er entschied den staufisch-welfischen Thronstreit in Deutschland zugunsten von Friedrich II. und eröffnete dem französischen Königtum den Weg zu einer europäischen Vormachtstellung.

Unser Literaturtipp

Georges Duby, Der Sonntag von Bouvines. Der Tag, an dem Frankreich entstand, Berlin 2002.

1209: Franz von Assisi trifft auf Papst Innozenz III.

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Nach dem Zusammentreffen mit Franz von Assisi wurde Papst Innozenz III. früh zu einem Förderer der entstehenden Bettelorden. Die Franziskaner und auch die Dominikaner pflegten in der Folge eine besondere Nähe zum Papsttum. Die Allianz dieser neuen religiösen Kräfte mit den Päpsten lenkte die Dynamik der Armutsbewegung in die Bahnen der Kirche, und mit dem Erfolg der Franziskaner und Dominikaner gewannen die Päpste einflussreiche Fürsprecher in ganz Europa.

Unser Literaturtipp

Jacques Le Goff, Franz von Assisi, 2. Aufl., Stuttgart 2006.

1183: Der Friede von Konstanz

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Im Frieden von Konstanz wurde das politische Potential städtischen Lebens klar sichtbar. Dieses städtische Potential in Italien zeigte dem immer herrschaftsbetonten staufischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa seine Grenzen auf. Es waren Grenzen, die die Staufer im Grunde nie überwanden, und die zu ihrem Scheitern in Italien sicher erheblich beigetragen haben.

Unser Literaturtipp

Knut Görich, Friedrich Barbarossa. Eine Biographie, München 2011.

1170: Die Ermordung Thomas Beckets

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Die Ermordung Thomas Beckets zeigt, wie sehr die geistliche und die weltliche Sphäre im Laufe des 12. Jahrhunderts auseinandergetreten waren. Jede Sphäre hatte ihre eigenen Ansprüche und Gesetzmäßigkeiten entwickelt. Der kompromisslose Charakter Thomas Beckets verstärkte diese Kluft in dramatischer Weise, aber die Rollenmodelle für den kirchlichen Dienst und für den Königsdienst waren seit dem späten 11. Jahrhundert zunehmend schärfer profiliert worden.

Unser Literaturtipp

Micheal Thomas Clanchy, England and its Rulers, 1066-1307, Oxford 2006.

1122: Das Wormser Konkordat

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Mit dem Wormser Konkordat wurde ein Kompromiss zwischen Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. erzielt, der den fast 40 Jahre dauernden Konflikt um die Besetzung der Bischofsämter im Reich beilegte. Von nun an kam der Kirche (i. d. R. dem Erzbischof) die Einsetzung in das geistliche Amt zu, dem König die Einsetzung (Belehnung) des Bischofs in die weltlichen Güter seines Bistums. In der Unterscheidung zwischen geistlichen Gütern (Spiritualia) und weltlichen Gütern (Temporalia), die die Voraussetzung für diesen Kompromiss war, lag der epochemachende Schritt dieses Kompromisses.

Unser Literaturtipp

Stefan Weinfurter, Canossa: Die Entzauberung der Welt, München 2007.

1095: Papst Urban II. ruft in Clermont zum Ersten Kreuzzug auf

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Der Aufruf von Papst Urban II. zu einer bewaffneten Hilfe für die Christen des Ostens startete die Kreuzzüge als eine breite Bewegung, die der Papst gar nicht beabsichtigt hatte. Sein Aufruf mobilisierte die Christenheit in einer Phase religiöser und sozialer Unruhe. Die Verbindung von Ablaßversprechen und Kriegshandwerk traf einen Nerv der Zeit und wirkte trotz verschiedener Abschwächungen und vieler Rückschläge sehr lange nach.

Unser Literaturtipp

Steven Runciman, Geschichte der Kreuzzüge (History of the Crusades, aus dem Englischen übers. von Peter de Mendelssohn, 3 Bände, München 1957-1960), Sonderausgabe in einem Band, 9. Auflage, München 2019.

1117/1118: Die Affäre von Abaelard und Heloise

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Im historischen Rückblick gehört die Affäre von Abaelard und Heloise zu den großen Liebesgeschichten des Mittelalters. Sie führt uns mitten hinein in das bewegte intellektuelle Milieu von Paris im 12. Jahrhundert, das damals zu einem der Brennpunkte des europäischen Geistes wurde. Die Überlieferung dieser Zeit ermöglicht erstmals auch eine Innensicht auf die Handelnden. Eine psychologische Dimension hält Einzug in die Geschichte.

Unser Literaturtipp

Abaelards „Historia calamitatum“: Text – Übersetzung – literaturwissenschaftliche Modellanalysen, hrsg. von Dag Nikolaus Hasse, Berlin 2002.

 

1077: Der Gang nach Canossa

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Der Investiturstreit beendete eine elitäre Ordnung der christlichen Welt. In der Welt des frühen Mittelalters pflegten Könige und Bischöfe im engen Verbund eine göttliche Ordnung, in der einfache Menschen und komplexere soziale Verhältnisse fast nicht vorkamen. Das änderte sich nun. Neue Menschen, niedere Adlige, Bewohner von Städten, Handwerker und gelegentlich Bauern, drängten auf die Bühne und machten Ansprüche geltend. Sie machten sich Sorgen um ihr Seelenheil. Und ihre Sorgen beförderten die Reformen Gregors VII. Neue Kräfte beunruhigten die alte Welt.

Unser Literaturtipp

Rudolf Schieffer, Papst Gregor VII.: Kirchenreform und Investiturstreit, München 2010.

962: Die Kaiserkrönung Ottos des Großen

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Die Kaiserkrönung Ottos (I.) des Großen in Rom war ein Höhepunkt der Aufstiegsgeschichte der zwangsbekehrten Sachsen, und sie begründete die besondere Rolle des römischen Kaisertums für die deutsche Geschichte. Diese erhielt damit keinen nationalen Fokus, sondern ein Leitbild mit hohem Ansehen und unscharfem Inhalt – mit allen bewegten Folgen.

Unser Literaturtipp

Matthias Becher, Otto der Große. Kaiser und Reich. Eine Biographie, München 2012.

800: Die Kaiserkrönung Karls des Großen

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Die Kaiserkrönung Karls des Großen in der Peterskirche Roms belebte die römische Kaisertradition im Westen Europas neu. Sie verschob das Kraftzentrum Europas vom Mittelmeerraum in die Region nördlich der Alpen.
Die Kaiserkrönung markierte den Anspruch der fränkischen Herrscher auf die Führungsrolle in der Christenheit und war damit auch ein Zeichen der Emanzipation vom griechischen Osten.

Unser Literaturtipp
Johannes Fried, Karl der Grosse. Gewalt und Glaube, München 2013.

Um 500: Die Taufe Chlodwigs

Prof. Dr. Martin Kaufhold im Gespräch mit PD Dr. Mathias Kluge

 

Zum Inhalt: Chlodwigs Taufe leitete den Übertritt des mächtigen Stammes der Franken zum katholischen Christentum ein, das zu diesem Zeitpunkt nicht ohne Konkurrenz war. Damit wurde die Christianisierung Westeuropas nach dem Niedergang des römischen Reiches auf den Weg gebracht.

Unser Literaturtipp
Patrick J. Geary, Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen, 3. Auflage, München 1996.

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