Motivationale Aspekte im Feedbackprozess:

  • Veranstaltungsdetails
  • 09.02.2023, 17:30 Uhr - 19:00 Uhr 
  • Ort: Raum 2108, Geb. D, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg
  • Veranstalter: Prof. Dr. Markus Dresel, Prof. Dr. Ingo Kollar, Fach Psychologie
  • Themenbereiche: Erziehungswissenschaft, Lehrerbildung und Psychologie
  • Veranstaltungsreihe: Psychologisches Forschungskolloquium
  • Vortragsreihe
  • Vortragende: Melanie Keller, Martin Daumiller § Markus Dresel, Lehrstuhl für Psychologie

Vortrag im Psychologischen Forschungskolloquium über die Ergebnisse zweier Studien zu tutoriellem und Peer-Feedback


Feedback spielt eine zentrale Rolle in Lehr-Lernkontexten und kann Lernen und Leistung maßgeblich positiv beeinflussen – aber nur dann, wenn das Feedback von den Lernenden als konstruktiv wahrgenommen und effektiv genutzt wird. Dabei kann das Feedback mehr oder weniger motivational förderliche Aspekte enthalten. Aus theoretischer Sicht ist dafür außerdem die Motivation der Lernenden relevant, die das Feedback erhalten, etwa deren Selbstwirksamkeitserwartungen und Zielorientierungen. Je nachdem, welche Ziele Lernende verfolgen, könnte das Feedback beispielsweise als gute Lerngelegenheit (bei starken Lernzielen) oder als unwillkommener Aufwand (bei starken Arbeitsvermeidungszielen) wahrgenommen werden. Wie Lernende Feedback wahrnehmen und nutzen, sollte ebenso davon abhängen, inwiefern sie sich in der Lage sehen, auch mit zurückgemeldeten negativen Aspekten erfolgreich umzugehen (Selbstwirksamkeitserwartungen). Dem Zusammenspiel zwischen Feedback und Motivation gingen wir in zwei Studien nach. In der ersten, längsschnittlichen Studie erhielten Studierende tutorielles Feedback auf bearbeitete Aufgabenblätter. Dabei erfassten wir deren Motivation sowie deren Wahrnehmung und Nutzung des Feedbacks. In der zweiten Studie variierten wir feldexperimentell Instruktionen und Prompts zur Motivationsförderlichkeit von Feedback, das Studierende bei der Produktion von Peer-Feedback in einem Hochschulkurs erhielten. Wir untersuchten die dabei auftretenden motivationalen Effekte auf Seiten der Rezipient*innen und der Produzent*innen des Peer-Feedbacks. Die Ergebnisse zeigen, dass motivationale Aspekte bedeutsam für die Produktion, Wahrnehmung und Nutzung von tutoriellem Feedback und Peer-Feedback sind. Insbesondere Selbstwirksamkeitserwartungen und Erscheinungsziele spielten hier eine Rolle. Die Ergebnisse verweisen auf Möglichkeiten, wie Feedbackprozesse in der Hochschule gestaltet werden könnten, um besonders motivationsförderlich zu sein.

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