Wie lernen Hochschuldozierende am Arbeitsplatz? Lernziele im selbstregulierten Lernprozess

  • Veranstaltungsdetails
  • 19.11.2020, 18:00 Uhr - 19:30 Uhr 
  • Ort: Digital, Link bei Prof. Dr. Dresel erhältlich, Zoom
  • Veranstalter: Prof. Dr. Markus Dresel, Prof. Dr. Ingo Kollar, Fach Psychologie
  • Themenbereiche: Erziehungswissenschaft, Lehrerbildung und Psychologie
  • Veranstaltungsreihe: Psychologisches Forschungskolloquium
  • Vortragsreihe
  • Vortragende: Julia Hein (Universität Mannheim)

Julia Hein stellt in der ersten Veranstaltung des Psychologischen Forschungskolloquiums im Wintersemester aktuelle Forschungsergebnisse zur Weiterbildung Hochschuldozierender vor. Die Veranstaltung wird über Zoom durchgeführt.


Wenn Hochschuldozierende formelle und informelle Lerngelegenheiten zur Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen nutzen, kann dies maßgeblich zur Sicherstellung der Lehr- und Forschungsqualität beitragen. Entsprechend wichtig ist es zu verstehen, was dazu beiträgt, dass Dozierende solche Lerngelegenheiten nutzen und davon profitieren. Nach Modellen des selbstregulierten Lernens ist anzunehmen, dass die eigene Motivation (z.B. Lernziele) das eigene Lernverhalten sowie die nachfolgenden Lernergebnisse beeinflusst. Für Dozierende wird daher ein positiver Zusammenhang zwischen Lernzielen und dem Lernergebnis erwartet, welcher durch die zur Fortbildung investierte Lernzeit vermittelt werden sollte (indirekter Effekt). Sowohl Annäherungslernziele (Streben nach Kompetenzerweiterung) als auch Vermeidungslernziele (Vermeidung unzureichender Kompetenzentwicklung) werden hierbei als motivierende Faktoren für das Lernverhalten angesehen. Zur Hypothesenprüfung wurden drei Längsschnittstudien durchgeführt. In der ersten Studie berichteten 705 Dozierende zunächst Annäherungslernziele und ein halbes Jahr später Lernzeit und -zuwächse jeweils in den Hauptaufgabenbereichen Lehre und Forschung. Die Hypothesen konnten für die Lehre vollständig und die Forschung teilweise bestätigt werden. In einer Mikrolängsschnittstudie mit 107 Dozierenden sollte der Befund in der Lehre repliziert, auf Vermeidungslernziele erweitert und methodische Limitationen wie die zeitgleiche Erfassung der Lernzeit und des Lernzuwachses überwunden werden. Die Mediationshypothese wurde für die Vermeidungslernziele bestätigt. Eine Online-Feldstudie mit 442 Dozierenden zeigte, dass die objektive Betrachtungszeit beim Erhalt von Evaluationsergebnissen einer freiwillig angelegten Lehrevaluation den positiven Zusammenhang von zu Semesterbeginn berichteten Annäherungs- und Vermeidungslernzielen mit der selbstberichteten Lernintention in Bezug auf die Evaluationsergebnisse vermittelte. Die drei Längsschnittstudien bestätigen weitestgehend die Annahme, dass das Verfolgen von Annäherungs- und Vermeidungslernzielen förderlich für die für (in)formelle Lernaktivitäten investierte Zeit ist und somit förderlich für die Entwicklung der fachlichen sowie methodisch-didaktischen Fähigkeiten sein könnte.

Weitere Veranstaltungen der Veranstaltungsreihe "Psychologisches Forschungskolloquium"

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