Regulieren oder nicht regulieren: Wie beeinflussen individuelle motivationsbezogene Dispositionen Motivationsregulation?

  • Veranstaltungsdetails
  • 11.02.2021, 18:00 Uhr - 19:30 Uhr 
  • Ort: Digital, Link bei Prof. Dr. Dresel erhältlich, Zoom
  • Veranstalter: Prof. Dr. Markus Dresel, Prof. Dr. Ingo Kollar, Fach Psychologie
  • Themenbereiche: Erziehungswissenschaft, Lehrerbildung und Psychologie
  • Veranstaltungsreihe: Psychologisches Forschungskolloquium
  • Vortragsreihe
  • Vortragende: Maike Trautner (Philipps-Universität Marburg)

Im letzten Vortrag des Psychologischen Fachkolloquiums stellt Maike Trautner Forschung zum Thema der Motivationsregulation von Lernenden vor.


Motivationsregulation als aktive Versuche von Lernenden, durch entsprechende Handlungen und Gedanken ihre eigene Motivation in ihrer Intensität und Qualität zu verändern, steigern Anstrengungsbereitschaft und dadurch Leistung (Schwinger et al., 2009). Doch nicht immer gelingt Motivationsregulation optimal, was unter anderem durch Kontextfaktoren (z.B. Engelschalk et al., 2016), aber auch persönliche Dispositionen bedingt sein kann (Miele & Scholer, 2018; Schwinger & Stiensmeier-Pelster, 2012; Steuer et al., 2019). In verschiedenen Experimenten und Fragebogenstudien wurde daher untersucht, wie Selbstwirksamkeitserwartungen für Motivationsregulation und implizite Theorien über die Veränderbarkeit von Motivation als persönliche, veränderbare Dispositionen Motivationsregulation erleichtern oder verhindern. In Pfadanalysen zeigte sich, dass je stärker Lernende Veränderbarkeitstheorien (incremental view) statt Unveränderbarkeitstheorien (entity view) über Motivation hatten, sie desto häufiger Motivationsregulationsstrategien anwendeten (N = 348; β = .16, 95% CI [.06; .26], p = .002), was indirekt (β =.05, 95% CI [.01; .08], p = .006), aber nicht direkt (β = -.02, 95% CI [-.10; .07], p = .676) ihre Anstrengungsbereitschaft steigerte. Darüber hinaus steigerten Veränderbarkeitstheorien über Motivation auch Selbstwirksamkeitserwartungen für Motivationsregulation, was ebenfalls mit einer häufigeren Anwendung von Motivationsregulationsstrategien und gesteigerter Anstrengungsbereitschaft einherging. Implizite Theorien über andere Eigenschaften (eigene Fähigkeiten, dispositionelles Interesse) und Zustände (Emotionen) hatten keinen Einfluss auf Motivationsregulation. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich in einer zweiten Fragebogenstudie, jedoch nicht experimentell. Die Befunde können einen Ansatzpunkt für künftige Forschung über die Auswirkungen individueller, veränderbarer Dispositionen auf Motivationsregulation bieten, um unser Verständnis bzgl. interindividueller Unterschiede in Motivationsregulation zu fördern und uns dabei zu helfen, Trainings und Unterstützung für Lernende mit Problemen in diesem Bereich zu verbessern.

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